Vorerst keine Rückkehr nach Limburg: Papst suspendiert Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst

Vorerst keine Rückkehr nach Limburg: Papst suspendiert Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst

, aktualisiert 23. Oktober 2013, 13:50 Uhr

Der Papst hat entschieden: Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird aus der Schusslinie genommen und muss eine mehrmonatige Auszeit nehmen.

Papst Franziskus lässt den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Amt. Er muss allerdings eine mehrmonatige Auszeit nehmen: Nach Informationen der „Bild“-Zeitung und der Nachrichtenagentur dpa soll sich Tebartz-van Elst in Absprache mit dem Vatikan für zwei oder drei Monate von den Amtsgeschäften in dem Bistum zurückziehen und dann möglicherweise zurückkehren. Ganz sicher scheint das allerdings noch nicht. Ein enger Vertrauter des Bischofs werde in der Zwischenzeit die Diözese leiten.

Laut „Bild“-Zeitung handelt es sich dabei um Wolfgang Rösch, den designierten Generalvikar des Bischofs und derzeitigen Stadtdekan in Wiesbaden. Diese Entscheidung wolle der Heilige Stuhl am Mittwoch in seinem mittäglichen Bulletin mitteilen, heißt es in dem Bericht.

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Tebartz-van Elst steht seit Wochen wegen seiner Amtsführung und der mindestens 31 Millionen Euro teuren Bischofsresidenz auf dem Limburger Domberg in der Kritik. Außerdem droht ihm neben einem Strafbefehl wegen einer falschen eidesstattlichen Erklärung um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien weiterer Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft Limburg prüft derzeit, ob sie nach Untreue-Anzeigen gegen den Oberhirten ein Ermittlungsverfahren einleiten wird. Derzeit nimmt eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Kommission die Kosten der Limburger Residenz unter die Lupe.

Schon seit langem brodelt es im Bistum Limburg. Bereits im März 2012 warf ein Kreis von Priestern Tebartz-van Elst einen autoritären Führungsstil vor. Im Sommer dieses Jahres reichte es dann auch der Basis: Mehr als 4000 Menschen unterzeichneten einen offenen Brief gegen die Amtsführung des Bischofs. Im Bistum Limburg, das sich auf Teile von Hessen und Rheinland-Pfalz erstreckt, leben etwa 650.000 Katholiken.

Der vorübergehende Stellvertreter des Bischofs in Limburg, Wolfgang Rösch, gilt als Vertrauter von Tebartz-van Elst. Der 54 Jahre alte Theologe war bereits zuvor zum 1. Januar 2014 zum neuen Generalvikar ernannt worden. Ein Generalvikar ist der Vertreter des Diözesanbischofs im Bereich der allgemeinen Verwaltung.

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Die katholische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ hat gelassen auf die Entscheidung des Papstes reagiert, Tebartz-van Elst zunächst im Amt zu belassen. Es entspreche guter Rechtspraxis, dass Papst Franziskus vor einem endgültigen Votum zunächst die Erkenntnisse der Untersuchungskommission abwarten möchte, sagte „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner am Mittwoch der dpa in München. Für Tebartz-van Elst sei die Entscheidung auch ein Zeichen großer Barmherzigkeit des Papstes.

Zugleich machte die Laienbewegung klar, dass Tebartz-van Elst nach ihrer Auffassung nirgendwo mehr das Bischofsamt ausüben könne. Dazu sei der von ihm zu verantwortende Vertrauensverlust zu groß, der nicht nur das Bistum Limburg erfasst habe. Der Fall Tebartz-van Elst habe im Übrigen für den Lebensstil aller deutschen Oberhirten Signalcharakter, betonte Weisner. Der Fall werfe zudem grundsätzliche Fragen zum bisherigen Sytem der Bischofsauswahl auf.

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