Vorsorge: Minijob bringt Minirente - was sonst?

KommentarVorsorge: Minijob bringt Minirente - was sonst?

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Droht Millionen Deutschen die Altersarmut durch den Minijob?

von Konrad Handschuch

Eine Anfrage der Linken hat eine Debatte über Altersarmut angestoßen. Doch der 400-Euro-Job kann keine Garantie auf ein sorgenfreies Alter sein.

Dank „Süddeutscher Zeitung“ und den Linken haben wir es jetzt amtlich: Nach 45 Jahren Arbeit in einem Minijob gibt es weniger als 200 Euro Rente. So die Antwort der Bundesregierung auf eine entsprechende Anfrage der Linkspartei. Die Schlussfolgerung: Millionen deutschen Frauen droht Altersarmut, obwohl sie ihr Leben lang hart gearbeitet haben! Schon läuft eine Welle der sozialen Erregung durch die deutsche Medienwelt. Die Nation zeigt ihr soziales Gewissen – und ruft nach Abhilfe.

Der Generationsvertrag

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Doch worum geht es dabei eigentlich? Die Rente beruht auf einem Generationenvertrag. Die Jungen, so sie arbeiten, zahlen für die Alten - sofern auch sie früher einmal, als sie noch jung waren, für die damals Alten bezahlt haben. Das Prinzip dabei ist: Je mehr Solidarität in Form von Rentenbeiträgen ein Arbeitnehmer geleistet hat, desto höher ist auch sein Lohn nach seinem altersbedingten Ausscheiden aus dem Berufsleben. Das heißt im Umkehrschluss: Wer wenig einzahlt, bekommt auch wenig raus. Das mag im Einzelfall bitter sein, überraschend aber ist es nicht. Und wem das nicht recht, zahlt der Staat Hilfe zum Lebensunterhalt. Nicht üppig, aber auskömmlich.

Nun geht es angeblich um das Schicksal von 7,4 Millionen Menschen in Deutschland, darunter 4,65 Millionen Frauen. Gut zwei Drittel von ihnen sollen ausschließlich diesen Minijob haben. Die Zahl zeigt: repräsentativ für den deutschen Arbeitsmarkt ist diese Entwicklung nicht. Entgegen der allfälligen Klagen über schlecht bezahlte Jobs, die Zunahme befristeter Arbeitsverträge und Leiharbeit steigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stärker als das Erwerbspersonenpotenzial.

Das heißt: der Anteil ordentlicher Arbeitsverhältnisse wächst zu Lasten der prekären Beschäftigung. Allein in diesem Jahr erwarten die Prognostiker der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit eine halbe Million neue reguläre Jobs. Eine bessere Vorsorge gegen Altersarmut lässt sich nicht denken. Und der Trend hält an, dafür sprechen nicht nur die demografische Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, sondern mehr noch die Entwicklung der Konjunktur.

Hilfe im Anmarsch

Trotzdem: Hilfe für Geringverdiener ist schon auf dem Weg. Bundesarbeitsarbeitsministerin Ursula von der Leyen plant eine neue Zuschussrente. Profitieren davon sollen vor allem Frauen, die jahrelang nur geringfügig verdient, Kinder groß gezogen oder Angehörige gepflegt haben.

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Noch im Sommer will sie das dafür erforderliche Gesetzespaket auf den Weg bringen. Das ist auch richtig so. Aber auch dann bleibt es dabei: Minijobs bringen Minirente. Was sonst? Der 400-Euro-Job ist keine Garantie auf ein sorgenfreies Alter – er kann es auch nicht sein.

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