Vorstoß soll Merkel unter Druck setzen: SPD will eigenes Gesetz gegen hohe Managergehälter

Vorstoß soll Merkel unter Druck setzen: SPD will eigenes Gesetz gegen hohe Managergehälter

Mit einem eigenen Gesetzesvorstoß will die SPD die steuerliche Absetzbarkeit von Bonuszahlungen begrenzen. Eine Gehaltsobergrenze ist noch in der Diskussion. Derweil rechnet der Credit-Suisse-Chef Brady Dougan mit einem Anstieg der Grundgehälter von Bankenmanagern, um die geplanten Bonus-Regeln der EU-Kommission zu umgehen.

Die SPD will eine eigene Gesetzesinitiative zur Begrenzung überhöhter Managergehälter einbringen. Damit solle die steuerliche Absetzbarkeit von Vergütungen, Boni und Abfindungen eingeschränkt werden, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß der „Passauer Neuen Presse“. Der Teil, der 500.000 Euro im Jahr übersteige, solle nur noch zur Hälfte steuerlich absetzbar sein.

Geprüft werde noch, ob man eine Anregung des Deutschen Gewerkschaftsbundes für Gehaltsobergrenzen übernehmen solle. Managergehälter dürften dann eine bestimmte Relation zu den Durchschnittsgehältern im Betrieb nicht überschreiten. „Wir werden mit unseren Initiativen feststellen, ob die Kanzlerin sich wirklich bewegt“, sagte Poß.

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Managergehälter SPD will Boni-Deckelung nach Schweizer Vorbild

Politiker fordern Regeln gegen Gehaltsexzesse auch in Deutschland. Auch in der deutschen Wirtschaft gibt es Kritik an überhöhten Gehältern und Boni von Managern.

huGO-BildID: 25874722 ILLUSTRATION - Euro-Scheine stecken in einer Tasse mit der Schweizer Flagge, aufgenommen am 03.04.2012 in Nürnberg (Mittelfranken). In die Schweiz gebrachtes Vermögen deutscher Bürger aus den vergangenen zehn Jahren soll mit bis zu 41 Prozent besteuert werden. Das haben Deutschland und die Schweiz nach langen Verhandlungen am Donnerstag vereinbart. Im Bundesrat ist die Regierungskoalition jedoch auf SPD und Grüne angewiesen. Foto: Daniel Karmann dpa/lby (zu dpa «Poker um deutsches Schwarzgeld in der Schweiz und kein Ende» vom 06.04.2012) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Union und FDP wollen noch vor der Bundestagswahl am 22. September per Gesetz das deutsche Aktienrecht ändern, damit Aktionäre - und nicht mehr der Aufsichtsrat - bei den Manager-Bezügen in der Hauptversammlung das letzte Wort haben. Eine Obergrenze soll es aber nicht geben. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) tritt für eine Änderung des deutschen Aktienrechts ein.

Die in der EU und in der Schweiz anstehende Begrenzung der Gehälter von Bankern schrecken den Chef der Schweizer Großbank Credit Suisse nicht. Die in der Schweiz in der "Abzocker"-Volksabstimmung beschlossene Vorschrift, dass die Aktionäre jedes Jahr über die Vergütung des Top-Managements abstimmen, werde Credit Suisse selbstverständlich befolgen, sagte CS-Chef Brady Dougan dem "Handelsblatt". "Solange Verwaltungsrat und Management aber weiterhin das Richtige für die Aktionäre tun, sehe ich dadurch keine Probleme aufkommen".

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Die EU-Regelung, wonach die Bonuszahlungen nicht höher sein sollen als die Festgehälter, könnte nach Dougans Einschätzung dazu führen, dass Bankmitarbeiter London verlassen und nach New York oder Zürich wechseln. Einen Massen-Exodus aus London kann sich Dougan aber nicht vorstellen. "Es wird immer viel über den Wegzug von Bankern geschrieben. Am Ende bewegen sich dann doch nicht so viele".

Vermutlich müssten die Fixgehälter in einigen Bereichen angehoben werden. Bei Credit Suisse selbst seien "wahrscheinlich einige Hundert" Mitarbeiter von der EU-Regelung betroffen.

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