Vorzeitiger Ruhestand mit 63: Bereits 50.000 Anträge eingegangen

Vorzeitiger Ruhestand mit 63: Bereits 50.000 Anträge eingegangen

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Andrea Nahles scheint in diesen Tagen von der Generation 60plus gefeiert zu werden.

So umstritten das Rentenpaket von Andrea Nahles auch war, so viel Anklang scheint es jetzt zu finden. Breits 50.000 Anträge auf vorzeitigen Ruhestand wurden binnen einer Woche gestellt.

Für diejenigen, die bereits früher in den Ruhestand gehen möchten, wird Andrea Nahles demnächst womöglich zur Galionsfigur auserkoren. Denn unter den über 60-Jährigen zeigt der Beschluss reges Interess. Für die seit Anfang Juli neu angebotene abschlagfreie Rente ab 63 für langjährig Versicherte sind bislang etwa 50 000 Anträge eingegangen. Das teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) am Dienstag in Berlin mit. Vor Monatsfrist lag die Zahl der Anträge noch bei 6000.

Die wichtigsten Fakten zum Rentenpaket

  • Abschlagfreie Rente ab 63

    Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, kann vom 1. Juli an ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen. Begünstigt sind aber nur die Geburtsjahrgänge zwischen Mitte 1951 und 1963 - mit schrittweise abnehmendem Vorteil. Phasen vorübergehender Arbeitslosigkeit werden auf die Beitragsjahre angerechnet, nicht jedoch die letzten zwei Jahre vor Beginn der Frührente. Der Stichtag dafür ist jeweils der 61. Geburtstag. Selbstständige, die mindestens 18 Jahre lang Rentenpflichtbeiträge bezahlt und sich dann mindestens 27 Jahre freiwillig weiterversichert haben, können ab 63 ebenfalls abschlagfrei in Frührente gehen. Von der Regelung profitieren in vollem Umfang aber nur die Jahrgänge 1951 und 1952. Jeder spätere Jahrgang muss jeweils zwei Monate über den 63. Geburtstag hinaus arbeiten. Das Modell kostet zwischen 2 und 3 Milliarden Euro pro Jahr.

  • Mütterrente

    Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig mit einem zusätzlichen Rentenpunkt honoriert. Pro Kind erhalten sie ab 1. Juli dann brutto bis zu 57 Euro monatlich im Westen, im Osten bis zu 53 Euro. Das entspricht einer Verdoppelung des bisherigen Betrages. Dies kostet etwa 6,5 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich.

  • Erwerbsminderungsrente

    Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder nicht mehr arbeiten kann, erhält brutto bis zu 40 Euro mehr Rente im Monat. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen bis 62 - und damit zwei Jahre länger als bisher - in die Rentenkasse eingezahlt haben. Dies kostet zwischen 200 Millionen und 2,1 Milliarden Euro.

  • Reha-Leistungen

    Um Frühverrentungen zu verhindern, sollen die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen dynamisiert werden. Dafür sind Mehrausgaben zwischen 100 und 200 Millionen Euro veranschlagt.

  • Flexibler Übergang in Rente

    Nicht Teil des Pakets, aber von Union und SPD fest vereinbart ist, den Renteneintritt flexibler zu gestalten - und zwar auch nach Erreichen der gesetzlichen Regelaltersgrenze.


DRV-Experten wiesen darauf hin, dass die bislang vorliegenden Anträge noch keinen verlässlichen Hinweis auf eine mögliche Frühverrentungswelle gestatten. Die Bundesregierung selber rechnet im Einführungsjahr der abschlagfreien Rente ab 63 mit etwa 240.000 „Vorziehern“. Dazu zählen aber auch jene Beschäftigte, die die Voraussetzungen für eine abschlagfreie Rente ab 63 nicht erfüllen, dennoch in Ruhestand gehen wollen und dafür Abschläge in Kauf nehmen.
Von der Neuregelung profitiert, wer mindestens 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat. Zunächst gibt es die abschlagsfreie Rente ab 63, bis 2029 wird das Eintrittsalter aber für jeden neuen Rentnerjahrgang schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Das Modell kostet zwischen zwei und drei Milliarden Euro pro Jahr.

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