VW-Porsche-Affäre: BaFin untersucht Wulffs Rolle

VW-Porsche-Affäre: BaFin untersucht Wulffs Rolle

Bild vergrößern

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff könnte in seiner Zeit als Niedersachsens Ministerpräsident früher als bislang angenommen vom bevorstehenden Übernahmeversuch Volkswagens durch Porsche erfahren haben. Dann hätte er wohl Informationspflichten verletzt

Die Finanzaufsicht BaFin untersucht, welche Rolle Christian Wulff in der Übernahmeschlacht von Porsche und VW gespielt und ob er gegen Gesetze verstoßen hat.

Die Finanzaufsicht BaFin beschäftigt sich damit, ob der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff im Übernahmekampf zwischen Porsche und Volkswagen gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen hat. Möglicherweise hätte Wulff als damaliger VW-Aufsichtsrat eine Ad-hoc-Meldung herausgeben müssen. Nach Informationen aus Aufsichtskreisen wurde auch diskutiert, Wulff als Zeugen zu befragen. Nach dem Rücktritt Wulffs dürfte es für die BaFin deutlich einfacher sein, Wulff zu befragen. Offenbar war bislang unklar, inwieweit ein Bundespräsident überhaupt als Zeuge befragt werden kann.

Anzeige

VW/Porsche Wann wusste Wulff von den Plänen?

Christian Wulffs Rolle als ehemaliger Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat beschäftigt nun auch die Landesregierung in Hannover.

Das Logo von VW und Porsche Quelle: dpa

Die BaFin geht bei ihren Untersuchungen immer auch Medienberichten nach. Die WirtschaftsWoche hatte bereits Ende Januar berichtet, dass Informationen aus Gesprächen mit Christian Wulff dafür sprechen, dass Wulff früher als bislang bekannt von den Übernahmeplänen wusste. Ein interner Vermerk der niedersächsischen Staatskanzlei vom 12. Februar 2008, über den der Spiegel berichtet hatte, legt nahe, Wulff sei mitgeteilt worden, dass Porsches mittelfristiges Ziel „der Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages“ mit der VW AG sei. Anders ausgedrückt: Porsche wollte demnach die Mehrheit der Volkswagen-Aktien erwerben, somit den Wolfsburger Autokonzern übernehmen. Dass VW Ziel einer feindlichen Übernahme durch Porsche werden sollte, hätte Wulff den Aktionären möglicherweise mitteilen müssen.

Eine Sprecherin der BaFin erklärte auf Anfrage, dass sich die Finanzdienstleistungsaufsicht grundsätzlich nicht zu ihren Untersuchungsaktivitäten äußere. Entscheidend für den Vorwurf wäre die Frage, wann Wulff von den Übernahmeabsichten von Porsche erfahren hat. Offiziell hatte Porsche seinerzeit noch lange abgestritten, VW schlucken zu wollen, etwa im März 2008. Vieles spricht dafür, dass Wulff längst von den Übernahmeplänen wusste, als Porsche am 26. Oktober 2008 für die Anleger überraschend bekannt gab, Zugriff auf 75 Prozent der VW-Aktien zu haben und einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit VW anzustreben. Als später die Börsen wieder öffneten, schoss der Kurs der Volkswagen-Aktie innerhalb weniger Stunden von 520 auf 1005 Euro. 

Inzwischen haben die Grünen im niedersächsischen Landtag eine kleine Anfrage dazu an die Landesregierung von Wulff-Nachfolger David McAllister gestellt.

Quelle:  dapd
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%