Waffenlieferungen an die PKK: Volker Kauders seltsame Idee

KommentarWaffenlieferungen an die PKK: Volker Kauders seltsame Idee

, aktualisiert 16. Oktober 2014, 11:25 Uhr
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Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

von Hans Jakob Ginsburg

Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU bringt eine Bewaffnung der Kurdenorganisation in die Diskussion. Abwegiger geht es kaum noch.

Wie groß muss der Ärger im politischen Berlin über die zynische Politik der türkischen Regierung sein? Volker Kauder, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag und treuer Gefolgsmann Angela Merkels, hat in einem Interview zur schrecklichen Situation in Nordsyrien gesagt, „die Unterstützung von weiteren Gruppen“ (neben den Irakischen Kurden, soll das heißen,) schließe er nicht aus. Und dann wörtlich: „Aber das ginge sicher nicht gegen die Türkei, sondern nur mit ihr. Das gilt auch für eine Unterstützung der PKK. Natürlich sind alle Waffenlieferungen mit Risiken verbunden.“


Die Türkei und die Kurdenorganisation PKK haben ihren jahrzehntelangen Bürgerkrieg gerade jetzt und gerade wegen der grausigen Vorgänge in Syrien wieder aufleben lassen. Kauder erwägt also deutsche Waffenlieferungen an die kurdischen Feinde der Türkei, das aber nur zusammen mit der Türkei. Was kommt da noch nach dem Kauderschen Prinzip: Waffenlieferungen an die Separatisten in der Ostukraine, aber nur im Einvernehmen mit der Regierung in Kiew? Oder Waffenlieferungen an die Hamas, aber nur in Kooperation mit dem israelischen Ministerpräsidenten? Setzen wir voraus, der Fraktionvorsitzende ist weder uninformiert noch unbedacht: Dann ist so eine Äußerung nichts als eine verbale Ohrfeige für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

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