Wahl 2013: Merkel droht die Euro-Falle

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Wahl 2013: Merkel droht die Euro-Falle

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Bei den Demonstrationen auf Zypern gegen das Rettungspaket sah man immer wieder Kanzlerin Merkel als Sündenbock gebrandmarkt.

von Henning Krumrey

Nach dem Zypern-Tsunami ist Merkel mit ihrer konsequenten Krisenpolitik verhasst. Doch wie lange genießt sie in Deutschland noch das Wählervertrauen? Die Sorge um die Sicherheit unseres Geldes wächst.

Krisen, insbesondere außenpolitische Krisen, nutzen immer der Regierung – heißt es gemeinhin. Denn dann kann jedes Kabinett durch starkes Handeln auftrumpfen, während noch weniger als sonst nach der Opposition – und damit nach der Alternative – gefragt wird. Aber stimmt das bei der Eurokrise noch? Oder ist Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Zypern-Debakel in eine Falle gelaufen? Denn das offensichtliche Auflodern der europäischen Geldverbrennung und die unbedachten Rettungsversuche mit Kleinsparer-Attacke und Rolle rückwärts erschüttern genau jene Bestandteile politischen Vertrauens, mit dem Merkel bislang punkten konnte: Plötzlich, so die Sorge auch der deutschen Bürger, sind vielleicht die Spargelder doch nicht sicher.

Politisch ist Deutschland in Europa isoliert. Ist auch die Stimmung verbreitet, dass die stärkste Wirtschaftsnation des Kontinents nicht überall kritiklos mit Milliarden einspringen soll, so möchten die Deutschen im Ausland schon gemocht werden, gerade wenn man eine unbeschwerte Urlaubsreise antreten möchte. Als Buhmänner und –frauen, als teutonische Finanzdiktatoren machen die Ferien in südlichen Gefilden keinen Spaß.

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Quelle: dpa

Mögen die Risiken bei der Euro-Krise auch noch so groß und unkalkulierbar sein, eines ist sicher: Die Krise bleibt. Man kann ja nicht mal von Rückkehr sprechen, denn sie war ja nie weg. Manche haben nur nicht mehr so richtig hingeschaut, als die Zinsen für Anleihen der Krisenländer wieder abbröckelten (weil die EZB mit ihrem Frischgeld-Flutwellenversprechen jede Kapitalknappheit weggespült hatte).

Die garantierte Krise birgt gleichzeitig eine politische Unwägbarkeit: Wie wird sich die nun wieder wachsende Verunsicherung der Deutschen auf ihr Wahlverhalten auswirken, wenn im September der nächste Bundestag – und damit die nächste Regierung – bestimmt wird? Anders gefragt: Wer profitiert vom Zypern-Tsunami: Merkel oder Herausforderer Steinbrück?

Zwei Reaktionen sind denkbar. Die Wähler könnten voller Angst auf die Turbulenzen in den Nachrichten schauen und darüber nachdenken, dass alte Gewissheiten nichts mehr gelten:

  • Dass die Deutschen auf Dauer stabiles Geld haben, nachdem der Euro in seiner ersten Dekade tatsächlich noch härter war als die D-Mark – so war es versprochen. Aber nun läuft die Rotation der Gelddrucker auf Hochtouren, seit die EZB wacklige Papiere kauft und kriselnde Banken – wie jetzt im Falle Zyperns – mit Liquiditätshilfen über Wasser hält.
  • Dass Spareinlagen von der Regierung zu Beginn der Krise noch als unantastbar deklariert worden waren - nun aber zeigte die Eurozonen-Politik, dass sie jederzeit Sparguthaben konfiszieren kann, wenn Not am Gelde ist.

Diese Grunderschütterung also könnte die Wähler dazu bringen, sich rettend an die Frau zu klammern, die weltweit die besten Kontakte hat und deren Macht unbestritten ist (auch wenn – oder vielleicht sogar obwohl? - die Sympathien bei den europäischen Nachbarn immer weiter sinken): Angela Merkel. Wenn die Not am größten wird, könnten sich die Wähler an einen alten CDU-Slogan erinnern: Auf die Kanzlerin kommt es an. In der tosenden, aufgewühlten See kann nur die erfahrene Steuerfrau das Staatsschiff sicher durch die Klippen Zyperns, Irlands und Griechenlands steuern, kann nur sie verhindern, an Spaniens oder Italiens Küste zu stranden.

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