Wahl in Niedersachsen: Angst vor dem Rösler-Soufflé

ThemaWahlen 2017

Wahl in Niedersachsen: Angst vor dem Rösler-Soufflé

von Henning Krumrey und Christian Ramthun

Trotz des Wahlrekords in Niedersachsen wird es bei der FDP nicht ruhiger. Die Angst, mit Rösler sei die Bundestagswahl nicht zu gewinnen, bleibt. Die Folge: Es bröckelt im schwarz-gelben Lager.

Der Schock für die Bundesregierung kam kurz vor Mitternacht. Als das amtliche Endergebnis feststand, endete für Union und FDP ein anfangs umjubelter Wahlabend in einer herben Enttäuschung. Nichts ist es mit dem Überraschungssieg des bürgerlichen Lagers nach anscheinend aussichtslosem Kampf. Und auch in der FDP ist die Lage längst nicht beruhigt. Denn die Angst, bei der Bundestagswahl mit Philipp Rösler an der Spitze nicht zu reüssieren, ist durch die 9,9 Prozent in Hannover nicht verschwunden.

In der Präsidiumssitzung am heutigen Montag und anschließend im Vorstand soll Rösler sagen, wie er sich das Team für die Bundestagswahl vorstellt – und welche Rolle er für sich selbst darin vorgesehen hat. Der andere Unglückswurm des Wahlkampfs, der SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück, bat nach Schließung der Wahllokale wenigstens schon mal bei den Genossen in Hannover um Entschuldigung für seine Patzer. Dort und im Willy-Brandt-Haus kann jetzt etwas Ruhe einkehren, denn der knappe Erfolg an der Leine wirkt stärker fort als die knapp zehn Prozent der FDP.

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huGO-BildID: 29513974 Der SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil bejubelt seinen Wahlsieg am 20.01.2013 auf der Wahlparty der SPD in Hannover am Abend der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Da ist er, der Dirk-Niebel-Effekt: Der Entwicklungsminister und mutigste Kritiker des Parteivorsitzenden Rösler hatte diesen Wahlausgang befürchtet; dass die FDP nach dem ersten Jubel erschreckt feststellt: „Oh Gott, wir haben gewonnen.“ Und es dann nicht schaffen würde, Rösler loszuwerden. Denn mit dem Niedersachsen an der Spitze, das ist nicht nur Niebels Überzeugung, werde die Bundestagswahl nicht so erfolgreich zu bestehen sein wie jetzt der Urnengang in Niedersachsen.

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Rösler selbst ist sich seit Wochen im Klaren, dass er nicht als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen kann. Er schätzt seine Beliebtheitswerte richtig ein. Er war entschlossen, den herausgehobenen Posten im Team dem Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle anzutragen, am besten nach einer erfolgreichen Niedersachsenwahl. Insofern wäre das sensationelle Ergebnis von Hannover sogar ideal für einen solchen Schachzug: Rösler könnte aus dem Gefühl und Ansehen relativer Stärke den Weg für Brüderle ebnen, nach dem Motto: Ich habe die FDP durch das Tal geführt, wir haben bei den letzten drei Landtagswahl gut bis sehr gut abgeschnitten, für die Bundestagswahl ist aber Brüderle der beste Mann. Vertraute und Gegner hatten ihm in den vergangenen Tagen dazu geraten. Man wähnte sich auf gutem Weg.

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