Wahlen in Niedersachsen: Rückenwind für Peer Steinbrück

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KommentarWahlen in Niedersachsen: Rückenwind für Peer Steinbrück

von Cornelia Schmergal

Die SPD ergötzt sich an der Regierungsübernahme in Niedersachsen: Aus depressiven Genossen sind über Nacht strahlende Sieger geworden.

Am Tag nach der Wahl steht der wichtigste Mann der SPD ganz am Rand. Peer Steinbrück, der die Sozialdemokraten im Herbst zu einem Erfolg bei der Bundestagswahl führen soll, überlässt die Bühne an diesem Morgen Stephan Weil. Die Mitarbeiter der SPD-Zentrale sind in das Foyer des Willy-Brandt-Hauses geströmt, um den Spitzenkandidaten der niedersächsischen SPD zu beklatschen. Der sieht ein wenig übermüdet aus. Bis zwei Uhr in der Nacht hat er das Wahlergebnis gefeiert, mit dem kaum noch jemand gerechnet hatte: Rot-Grün wird die schwarz-gelbe Landesregierung in Hannover ablösen. "Ich freue mich, dass wir ein ganz klein wenig gute Laune aus Hannover ins Willy-Brandt-Haus gebracht haben", sagt Weil.

SPD steht weiterhin hinter ihrem Kandidaten

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Das kann tatsächlich nicht schaden. Die Stimmung in der Berliner Parteizentrale war desaströs bis depressiv nach Steinbrücks verunglücktem Start in die Kandidatur. Nun färbt ein wenig von Weils Strahlen auch auf Steinbrück ab, der rechts neben der Bühne steht. Wer ihn sehen will, muss sich auf die Zehenspitzen stellen. Um den Kanzlerkandidaten am Bühnenrand hat sich die gesammelte Prominenz der Bundes-SPD gesammelt. Es ist ein Signal: Wir stehen hinter Dir. Immer noch.

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huGO-BildID: 29513974 Der SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil bejubelt seinen Wahlsieg am 20.01.2013 auf der Wahlparty der SPD in Hannover am Abend der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen. Foto: Peter Steffen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Noch am Wahlabend hatte Steinbrück zerknirscht eingeräumt, es sei ihm bewusst, dass es aus der Berliner Richtung keinen Rückenwind für die Niedersachsen gegeben habe. "Es ist mir auch bewusst, dass ich maßgeblich dafür eine gewisse Mitverantwortung trage."  Die Genossen zollten ihm dafür Respekt. Da hatte es allerdings auch noch so ausgesehen, als würde es für eine rot-grüne Mehrheit gar nicht reichen. Die letzten Zählergebnisse der Nacht brachten die Wende.

Weil hätte alleine verloren, gewonnen hat er mit Steinbrück

So präsentiert sich die SPD an diesem Morgen plötzlich als Wahlgewinner. Und übt sich in Neuinterpretationen. Noch kurz vor der Landtagswahl hatte Stephan Weil eine Art Brandmauer um Niedersachen gezogen. So richtig viel habe die Niedersachsen-SPD mit den Genossen aus dem Bund ja nicht zu tun, auf diese Abgrenzung legte er Wert – schon um dem Steinbrück-Malus zu entgehen. Kaum ist die Abstimmung in Niedersachsen gelaufen, bedankt sich Weil ausdrücklich "für die Unterstützung aus Berlin". Und hebt dabei auch Steinbrück hervor. "Ich freue mich, Peer, dass wir die Wahl zusammen gewonnen haben", sagt er an diesem Montag. Soviel ist gewiss: Verloren hätte Weil die Wahl alleine – schon um noch mehr Schaden von Steinbrück abzuwenden.

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In den Bundestags-Wahlkampf soll es nun eine Art Neustart geben, mit rot-grünem Rückenwind aus Hannover. Auch ein anderes Signal wertet die SPD als Erfolg: Dass es die Linke erst gar nicht mehr in den Landtag geschafft hat. Änderungen am Personaltableau soll es im Willy-Brandt-Haus aber erst einmal nicht geben.

Steinbrück selbst wolle sich demnächst wieder auf Wirtschaftsthemen und die Architektur der Finanzmärkte konzentrieren, sagen Mitarbeiter. Vielleicht gelingt es ihm ja auch, dabei das eine oder andere Fettnäpfchen auszulassen.

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