Wahlen in Schleswig-Holstein: Kopf-an-Kopf-Rennen im Norden

Wahlen in Schleswig-Holstein: Kopf-an-Kopf-Rennen im Norden

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Jost de Jager (CDU), Spitzenkandidat der CDU für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein.

Quelle:dpa

Es ist ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD in Schleswig-Holstein. Doch bei den Bürgern scheint die Landtagswahl nur auf geringes Interesse zu stoßen.

Bei der vorgezogenen Landtagswahl in Schleswig-Holstein zeichnet sich die niedrigste Wahlbeteiligung seit Jahrzehnten ab. Bis 14.00 Uhr gaben nur 37,7 Prozent der 2,2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Wahlleitung am Sonntag mitteilte. Seit den 1980er Jahren sei dies zur Mittagszeit der niedrigste Stand, sagte Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler der dpa.

Bei der letzten Wahl im September 2009 waren es zum gleichen Zeitpunkt 48,6 Prozent. Damals wurde aber gleichzeitig der Bundestag gewählt. Bei anderen Landtagswahlen waren es meist um oder über 40 Prozent. Nach Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Jost de Jager und der oppositionellen SPD mit Torsten Albig ab.

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Die Grünen dürften Umfragen zufolge drittstärkste Kraft werden. Die Liberalen könnten die Serie der FDP-Niederlagen stoppen und den Wiedereinzug ins Parlament schaffen. Eine Wiederauflage der schwarz-gelben Koalition ist aber unwahrscheinlich. Der Linken droht nach nur zweieinhalb Jahren im Parlament das Aus, während die Piraten ihren Siegeszug durch die Landesparlamente fortsetzen dürften. Die SPD möchte nach der Wahl ein Regierungsbündnis mit den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) bilden.

Die CDU will so viele Stimmen holen, dass eine Regierungsbildung ohne sie nicht möglich ist. Denkbar wäre dies über Koalitionen mit den Grünen oder mit der SPD. Die ersten Hochrechnungen werden heute Abend kurz nach 18.00 Uhr erwartet. Die Landtagswahl ist vorgezogen, weil das Landesverfassungsgericht eine Neuwahl angeordnet hatte. CDU und FDP hatten durch Überhangmandate die Mehrheit an Sitzen bekommen, obwohl die versammelte Opposition 27 000 Zweitstimmen mehr hatte.

Bei der Landtagswahl 2009 erzielte die CDU 31,5 Prozent, die SPD 25,4, die FDP 14,9 und die Grünen 12,4. Die Linke erhielt 6 und der SSW 4,3 Prozent. Als erster Spitzenkandidat gab der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki in Strande bei Kiel seine Stimme ab. Ihm folgten auf Nordstrand der scheidende Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) und in Eckernförde CDU-Spitzenkandidat de Jager. Sein SPD-Herausforderer Albig hatte bereits per Briefwahl abgestimmt.

Quelle:  dpa
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