Wahlkampf: Altkanzler Schröder wirbt für Rot-Rot-Grün

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Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wirbt für Rot-Rot-Grün.

von Gregor Peter Schmitz

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich mit scharfen Worten in den Bundestagswahlkampf eingeschaltet. Im Interview kritisiert er, Merkel schüre Verdruss beim Wähler, zudem wirbt er für Rot-Rot-Grün.

Mit Blick auf den laufenden CDU-Parteitag in Essen, bei dem Kanzlerkandidatin Angela Merkel als Parteivorsitzende bestätigt wurde, sagte Schröder der WirtschaftsWoche: „Was nun auf dem Parteitag der CDU zu Verschärfungen in der Flüchtlingspolitik besprochen worden ist, hat nur noch wenig mit der Willkommenskultur von 2015 zu tun. Die deutsche Flüchtlingspolitik war lange sehr einseitig und auch planlos. Es war zwar richtig von Kanzlerin Merkel, die Grenze im September 2015 zu öffnen, als die österreichische Regierung sie um Hilfe bat. Ihr Fehler war jedoch, diesen Zustand als eine neue Normalität statt als temporäre Ausnahme zu behandeln. Nun versucht Frau Merkel angesichts der Kritik aus ihrer Partei mit aller Kraft, wieder zur alten Normalität zurück zu kehren bzw. eine noch schärfere Flüchtlingspolitik zu verfolgen als vor der Grenzöffnung. Wenn man einen politischen Kurs so radikal korrigiert, sollte man das auch öffentlich zugeben, sonst führt das bei den Wählern zu noch mehr Verdruss.“

CDU-Parteitag Merkel balsamiert die Konservativen

Angela Merkel und ihre Partei-Granden pflegen in Essen die leidende konservative Seele der CDU. Doch die Flüchtlingskrisenerzählung der Kanzlerin ist absurd.

Angela Merkel auf dem CDU-Parteitag in Essen. Quelle: dpa Picture-Alliance

Zudem appellierte Schröder an seine Partei, die Machtoption Rot-Rot-Grün nicht aufzugeben. Der Altkanzler sagte: „Die SPD muss mit dem Anspruch in die Bundestagswahl gehen, das Land führen zu wollen. Ich finde richtig, dass sie sich Machtoptionen offen hält, also auch die Machtoption Rot-Rot-Grün – wenn diese vernünftig umsetzbar ist. Dafür muss die Linke aber noch in einigen Punkten, gerade in der Wirtschafts- und Außenpolitik, von einigen unrealistischen Forderungen Abstand nehmen.“

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Schröder riet seinen Genossen in der WirtschaftsWoche, zuversichtlich in den Wahlkampf zu ziehen: „Sicher, geschätzt 25 Prozent für die SPD sind gerade nicht so viel. Aber auch die Union ist weit entfernt von früheren Umfragewerten und muss noch viel mehr als die SPD die Konkurrenz der AfD fürchten.“

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