Wahlkampf: Die CDU glänzt mit (g)ähnlichen Motiven

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Wahlkampf: Die CDU glänzt mit (g)ähnlichen Motiven

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Papa schwingt die Bratpfanne: Was die CDU unter "anders" versteht. Nur eines der Motive der Plakatkampagne für die Bundestagswahl.

von Henning Krumrey

Hat die CDU mit der Vorstellung ihrer Wahlplakate wieder nur gewartet, um die Vorlagen der SPD zu kopieren? Fast sieht es so aus, denn die ersten Großflächenmotive kommen ganz ähnlich daher wie die Poster der Konkurrenz.

Wie die Genossen so stellen auch die Schwarzen ihre Kampagne unter eine Art volksgemeinschaftliche Wohlfühl-Überschrift. „Gemeinsam erfolgreich“ heißt das Motto der CDU-Wahlkämpfer. Die SPD behauptet ganz ähnlich: „Das WIR entscheidet“. In jedem Fall: Haken wir uns nur alle unter, dann muss sich Deutschland doch vor den Widrigkeiten der krisengeschüttelten Welt nicht so fürchten. Am besten natürlich unter der Führung der jeweiligen Partei.

Ganz (g)ähnlich auch die Themen. Beide großen Parteien setzen auf die Familie. Aber da zumindest zeigt sich ein kleiner Unterschied. Während die SPD eine – zumindest auf dem Foto – alleinerziehende Mutter abbildet, die mehr Kitaplätze verlangt, lächelt bei den Christdemokraten eine Musterfamilie (wenn auch nur noch mit einem Kind, früher waren es meist zwei) die Bürger an. Allerdings mit dem dann nicht so recht dazu passenden Spruch, der die Wahlfreiheit der Eltern beschreiben soll: „Jede Familie ist anders. Und uns besonders wichtig.“ Nur: Die Familie auf dem Foto ist eigentlich nicht „irgendwie anders“.

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Die (G)Ähnlichkeit kennt durchaus Grenzen: Auf diesem Plakat wirbt die CDU für einen stabilen Euro.

Leichte Abweichungen auch beim Arbeitsmarkt. Die Sozialdemokraten verlangen einen Mindestlohn, die CDU favorisiert Innovationen in Form von „neuen Ideen“. Aber auch „gute Arbeit“ verlangt sie – das ich ein Klassiker aus dem Repertoire des großen Wettbewerbers. Auch die CDU-Seniorin blickt etwas anders auf das Alter auf die Politik als ihre sozialdemokratischen Altersgenossen. Während sich die roten Rentner für ihr „Alter ohne Armut“ interessieren, sorgt sich die alte Dame der Christdemokraten um das Wohl der ebenfalls abgebildeten Enkelin.

Denn die soliden Finanzen, die sie verspricht, seien für die Zukunft wichtig, „weil wir an morgen denken“.

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Nur ein Thema ist bei beiden völlig anders. Die SPD setzt sich plakativ für bezahlbaren Wohnraum ein, während die CDU es für geschickt hält, ihren Einsatz für einen „stabilen Euro“ zu bewerben. Wenn das mal gut geht. Zumal das junge Pärchen, das auf dem Euro-Plakat zu sehen ist, sicherheitshalb einen Sturzhelm übergezogen hat – eine fragwürdige Symbolik. (Allerdings kann die Kanzlerinnenpartei dann später, falls es mit der Währungsrettung schief geht, wenigstens plädieren, sie habe frühzeitig gewarnt.)

Selbst mit dem personalisierten Poster macht es die CDU der Konkurrenz nach: Sie plakatiert natürlich ihre Kanzlerin Angela Merkel – die SPD auch. Die Genossen versuchen, die CDU-Vorsitzende zu verulken, beim Wühlen in der Handtasche (versteht kein Mensch) oder mit ihren Problemministern de Maizière und Pofalla („Merkels Kompetenzteam“ – versteht jeder). Ihren eigenen Spitzenkandidaten Peer Steinbrück zeigen sie zumindest in der ersten Plakatrunde nicht.

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