Wahlkampf: Die SPD beschwört die Wähler

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Wahlkampf: Die SPD beschwört die Wähler

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Die SPD setzt auf eine hohe Wahlbeteiligung.

Die Sozialdemokraten setzen auf eine hohe Wahlbeteiligung. Bei öffentlichen Auftritten rufen Steinbrück, Gabriel & Co. die Wähler auf, doch bitte ihre Stimme abzugeben. Und sei es für eine andere Partei.

"Demokratie braucht Demokraten, und Demokraten gehen wählen", ruft NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) dem Publikum zu. Sigmar Gabriel nickt. Der Bundesvorsitzende der SPD ist für einen Wahlkampfauftritt nach Duisburg gekommen und nimmt den Gedanken seines Parteifreundes auf: "Demokratie heißt nicht Fehlerfreiheit. Aber Demokratie bietet die einzige Chance, Fehler gewaltfrei zu korrigieren."

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Die SPD setzt voll auf Mobilisierung. Nur so, das wissen auch die Sozialdemokraten, haben sie noch eine Chance, eine Neuauflage von Schwarz-Gelb nach dem 22. September zu verhindern. Potenzial jedenfalls ist genügend da. Zwischen Gerhard Schröders erstem Wahlsieg 1998 und dem Wahldebakel von 2009 haben die Sozialdemokraten rund zehn Millionen Wähler eingebüßt. "Von denen möchte ich gerne vier bis fünf Millionen überzeugen, der SPD am 22. September wieder ihre Stimme zu geben", sagt Kanzlerkandidat Peer Steinbrück.

Er hofft weiterhin, mit den Grünen eine Koalition bilden zu können. Dem im Wege steht, so sieht das auch die Öko-Partei, eine niedrige Wahlbeteiligung. Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin beklagte bereits bei einem Auftritt in Münster, Angela Merkel organisiere - entgegen eines Konsenses aller demokratischen Parteien - einen Wahlkampf, dessen Ziel es sei, die Leute von der Stimmabgabe abzuhalten. "Die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland freut sich, wenn ein CDU-Wähler zu Hause bleibt, solange gleichzeitig zwei enttäuschte SPD-Anhänger der Wahl fernbleiben." Die Grünen hoffen nun auf eine Jetzt-erst-Recht-Stimmung und Mobilisierung der Wähler. Die SPD auch.

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Nach einigen Bemerkungen über Mindestlohn, Infrastruktur, Finanzsituation der Kommunen und Schuldenabbau beantwortet Sigmar Gabriel in Duisburg eine knappe Stunde lang Fragen aus dem Publikum. Er erklärt, sucht den Dialog, gibt sich selbstkritisch: "Ich habe auch nicht für jede Ungerechtigkeit direkt eine Lösung parat." Dennoch machten seine Partei und er Angebote für eine soziale Politik. "Aber wir versprechen nur das, was wir auch halten können." Das sei - in der Vergangenheit auch bei seiner SPD - vor Wahlen häufig nicht der Fall.

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So gelingt Gabriel die Überleitung zu einem „versteckten Wahlkampfthema“, die Finanzierungsmöglichkeiten der Wahlversprechen. „Dafür wollen wir bei denen die Steuern erhöhen, denen es sehr gut geht in diesem Land.“ CDU und FDP hingegen wollten mehr Geld investieren, Schulden abbauen und gleichzeitig die Steuern senken. „Sie merken schon, dass kann nicht hinkommen.“ Die Zuschauer, darunter viele Rentnerinnen und Rentner, applaudieren.

Mit Demut und Selbstkritik will der Parteichef, besonders bei dieser Zielgruppe punkten. Viele von ihnen beklagen die Entwicklung, die die SPD unter Führung von Gerhard Schröder, Wolfgang Clement und Franz Müntefering genommen hat. Sie haben sich seither der Linken zugewendet oder verweigern ihre Teilnahme an der Bundestagswahl. Diesem Verdruss versucht Gabriel entgegen zu wirken. Dazu wiederholt er dann noch einmal seinen generellen Wahlaufruf, denn von der Wahlfreiheit lebe eine Demokratie. Und darauf hofft die SPD. „Tragen Sie dazu bei, dass möglichst viele Menschen zum Wahllokal gehen und einer der demokratischen Parteien ihre Stimme geben. Und wenn Sie noch nicht wissen, wem, dann erklären wir Ihnen das gerne noch einmal.“

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