Wahlkampf: Mit Facebook ins Rathaus - Seite 3

Wahlkampf: Mit Facebook ins Rathaus

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Neue Website der SPD in Hamm
Neue Website der SPD in Hamm

Zudem gibt es eine spezielle Seite, auf der Bürger ihre ganz persönlichen Probleme nennen können. Von einer neuen Ampel über Schlaglochmeldungen bis hin zum Wunsch nach niedrigeren Schwimmbadpreisen – die Anliegen werden auf einer Karte eingezeichnet.

Fast 500 Probleme wurden schon gemeldet, seit die Seite im Juli ans Netz gegangen ist. Von den 5000 Postkarten, die zum selben Zweck verteilt wurden, kamen dagegen erst 150 zurück.

"Es ist gerade cool, für die Piraten zu sein“

Trotz dieser Erfolge ist es ein großes Experiment. Nur durch viel ehrenamtliche Arbeit und einen befreundeten Webdesigner, der die Ideen professionell umgesetzt hat, konnten all die Online-Aktivitäten umgesetzt werden. „Wenn wir damit eine Agentur beauftragt hätten“, sagt Moor, „wäre wahrscheinlich kein Geld für Plakate übrig geblieben.“

Was es wirklich bringt, so viel Zeit in Internetseiten und die Betreuung von Profilen bei MeinVZ oder Facebook zu stecken, muss sich am 30. August zeigen, wenn in Hamm gewählt wird. „Wir wissen auch nicht, ob sich der Aufwand lohnt“, gesteht Justus Moor. Doch zumindest haben der 22-jährige und seine Mitstreiter gezeigt, dass auch der Nachwuchs der etablierten Parteien mit den Internet-Aktivisten der Piratenpartei mithalten kann.

„Bei vielen jungen Wählern ist es gerade cool, für die Piraten zu sein“, sagt Moor. In manchen Punkten, wie beispielsweise bei den umstrittenen Internetsperren, findet er auch die Argumente der Piraten überzeugender, als die der SPD. „Die Volksparteien sind ein bisschen träge, was das Internet angeht“, sagt Moor. Doch sobald sie sich mehr damit beschäftigen, werde sich auch die derzeitige Begeisterung für die Piraten legen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.08.2009, 00:53 UhrAnonymer Benutzer: Christoph

    Hab mir die Seiten der Hammer Sozis mal in Ruhe angeguckt. Alle Achtung, dass hat wirklich den größten Respekt verdient. Die Stecken ihre eigene bundes- und Landespartei mal locker in die Tasche. So geht eine richtige internetkampagne.

  • 24.08.2009, 19:18 UhrAnonymer Benutzer: Else

    Dass Oliver Zeisberger twitter für überschätzt hält finde ich interessant. immerhin hat er Thorsten Schäfer-Gümbel zum Twitterer gemacht und dann durch seinen Fauxpas, einen persönlichen TSG-Tweet erst unter seinem eigenen und dann - nach Löschung - unter dem Account von TSG zu twittern dem SPD-Politiker in Sachen Netz-Credibility erheblich Schaden zugefügt - da half dann auch die Ausrede "Technische Hilfeleistung" nichts mehr. Via twitter war das im Netz nämlich schnell rum und der Ruf von TSG im Eimer. Und wenn man sich dessen Aktivitäten nach der verlorenen Wahl bei twitter ansieht, verwundert es nicht, dass er bei den Netzlern kein Standing hat.

  • 24.08.2009, 11:59 UhrAnonymer Benutzer: Anonym

    "Doch sobald sie sich mehr damit beschäftigen, werde sich auch die derzeitige begeisterung für die Piraten legen."

    Oder auch nicht. Hier geht es nicht um einen Trend, sondern um bürgerrechte, um die Verteidigung der per Grundgesetz zugesicherten Freiheiten. CDU/CSU/SPD haben diese mit der groben Axt zurechtgestutzt, und "ein bißchen Facebook" wird das nicht in Vergessenheit geraten lassen.

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