Wahlkampf: Peer Steinbrück wird grundsätzlich

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KommentarWahlkampf: Peer Steinbrück wird grundsätzlich

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Der Bonus des Redners - Um Punkte im Wahlkampf zu sammeln, will Peer Steinbrück mit Grundsatzreden überzeugen

von Cordula Tutt

Der SPD-Kanzlerkandidat setzt auf Elemente des amerikanischen Wahlkampfes und hofft auf staatsmännischen Eindruck bei den Bürgern.

Was kann Peer Steinbrück besser als Angela Merkel? Wahrscheinlich ist die Kanzlerin diplomatischer und weniger eitel. Das Reden auf größerer Bühne liegt aber eindeutig dem Spitzenmann der Sozialdemokraten mehr. Er polarisiert, wütet, witzelt und wickelt ein.

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Welchen Vorteil hat die Kanzlerin in einem Bundestagswahlkampf? Sie kommt automatisch als Macherin und Staatsfrau rüber. Der Kandidat der Opposition muss immer erst den Eindruck erzeugen, dass er die Rolle des Mächtigen überhaupt kann.

Peer Steinbrück versucht nun, seinen Bonus des Redners und seinen Malus des Machtlosen vorteilhaft zu verbinden. Er will nach dem Vorbild des US-Wahlkampfes Grundsatzreden halten. Wie steht es um die Einheit der Deutschen? Wie gut sind Zuwanderer in unserem Land integriert? Welche Pflichten hat Deutschland international? Die Hoffnung dahinter: Wer Grundsätzliches zu sagen hat, wirkt auch zur Führung des Ganzen in der Lage. Der Kandidat will grundsätzlich und staatsmännisch werden und so mehr Aufmerksamkeit erringen. Die hat die SPD sehr nötig. Bei Umfragen zur Bundestagwahl dümpelt die ehedem zweite Volkspartei deutlich unter 30 Prozent.   

Steinbrück, die One-Man-Show

Noch etwas erhofft sich Steinbrück: Er will auffallen, wo ihm bisher kaum einer größeren Ehrgeiz nachgesagt hat. Bei Bildung, Familienpolitik, Integration etwa. Bestenfalls kann er neue Akzente und eigene Themen setzen. Wie wäre es mit einer Integrationsrede in der Versammlungshalle einer großen islamischen Gemeinde? Wie mit einem Plädoyer zur Familienpolitik in einer Kita – samt anschließendem gemeinsamem Mittagsessen? Wie mit einer Verteidigungsrede mit aufgekrempelten Hemdsärmeln in einer Kaserne?

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Große Reden bedeuten aber auch: Ein-Mann-Show statt Team. Das entspricht womöglich dem Naturell Steinbrücks, ist aber in der SPD womöglich weniger populär.

Dem Wahlkampf schaden solche Auftritte sicher nicht. Wenn es ungünstig läuft, schaden sie allerdings dem Kandidaten. Vielleicht werden die Bürger aufmerksamer und hören hin, wie Steinbrück seine Sicht verbreitet. Sicher jedoch werden die Fernsehkameras und mitgereisten Journalisten genau hinhören und jeden Widerspruch und jede Hochnäsigkeit Steinbrücks offenlegen. Hinter dem Rednerpult im Scheinwerferlicht ist wenig Beinfreiheit.

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