Wahlkampf: Zwei-Farben-Lehre beim Parteitag der Grünen

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Wahlkampf: Zwei-Farben-Lehre beim Parteitag der Grünen

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Angriffslustig und mit einer klaren Aussage für Rot-Grün hat Grünen-Chefin Claudia Roth den Regierungswechsel in Deutschland beschworen. „Jetzt ist die Zeit für die klare Ansage - und das wird Sigmar genauso sehen: Wir wuppen das!“, sagte Roth an SPD-Chef Sigmar Gabriel gerichtet.

von Cordula Tutt

Als erster SPD-Chef durfte Sigmar Gabriel in Berlin auf einem Parteitag der Ökopartei sprechen. Beide Parteien sind auf Kuschelkurs. Im Unterschied zur Ökopartei vermeidet Gabriel aber ein klares Koalitionsbekenntnis.

So viel Nähe zwischen Grünen und Roten war selten. Parteichef Cem Özdemir schenkte dem Chef der Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, einen großen Plüschfrosch mit roten Schuhen. Der sei fürs Töchterchen Gabriels und wenn sie ihn später küsse, verwandle der sich „in einen grünen Prinz“. Sigmar Gabriel stellte nach seiner Rede zwei große Rucksäcke aufs Rednerpult – für den gemeinsamen Weg gefüllt mit Bionade und Öko-Bier. Özdemir schnappte sich den Grünen, seiner Co-Parteichefin Claudia Roth blieb der Rote.

Es ging schon harmonisch los: Die liebe Claudia kündigte den lieben Sigmar an. Sigmar Gabriel durfte als erster Parteichef der Sozialdemokraten auf einem Parteitag der Grünen sprechen. Die Chefin der Ökopartei, Claudia Roth, sparte nicht an Freundlichkeiten für den Koalitionspartner, auf den sich die Ihren zuvor als Einzigem nach der Bundestagswahl im kommenden September festgelegt hatten.

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Der gemeinsame Feind heißt Merkel
In Berlin verschrieb sich Roth den Sozialdemokraten mit dem Satz: „Das Leben ist viel zu bunt, um immer nur schwarz-gelb zu sehen.“ Dafür gab es tosenden Applaus. Sigmar Gabriel, ganz wohlerzogener Gast, sparte darauf nicht an Komplimenten. „Eigentlich ist alles gesagt“, startete er seine Rede nach Roth. „So machen wir das.“
Gabriel sprach von einem „gemeinsamen Schatz an Ideen für das Land und Europa“. Beide wollten die Gesellschaft neu prägen. Statt „marktkonkformer Demokratie“ müssten beide Parteien für einen „demokratiekonformen Markt“ kämpfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei die Hauptgegnerin.


Vor allem die Europapolitik müsse sich radikal ändern: „Frau Merkels Rezept des Heilfastens ist längst zur Magerkur geworden“, sprach Gabriel. „Heute ist Europa nicht mehr Hoffnung wie noch zu der Zeit, als ich jung war, sondern Bedrohung der Zukunft für die Jungen.“

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