Wahlkampfwerbung: Die heimlichen Sieger der Wahl

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Wahlkampfwerbung: Die heimlichen Sieger der Wahl

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An den "Wesselmännern" kommt niemand vorbei. Mit den großflächigen Wahlplakaten der Bochumer Firma Wesselmann erreichen die Parteien mehr Wahlberechtigte als auf anderen Kanälen.

von Timo Stukenberg

Egal, welche Partei bei der Bundestagswahl gewinnt, ein Sieger steht schon fest: die "Wesselmänner". Die Firma aus Bochum ist der größte Anbieter für großflächige Wahlplakate.

Ohne die "Wesselmänner" könnte der Wahlkampf gar nicht beginnen. Die mobilen Großflächen, auf denen die Parteien auf Verkehrsinseln und Grünstreifen in ganz Deutschland werben, sind nach der Bochumer Firma Wesselmann Wahlkampfwerbung GmbH benannt. Die Grünen haben 2200 Stück bestellt, die SPD 8000, die CDU noch mehr. Zur Bundestagswahl sind die 3,70 mal 2,90 Meter großen Aufsteller unverzichtbar.

Wie sehr die Parteien auf die Wesselmänner angewiesen sind, beschreibt die Wahlkampfforscherin Christina Holtz-Bacha von der Universität Erlangen. "Durch die Wesselmänner merken die Wähler erst, dass der Wahlkampf begonnen hat." Grund dafür sei die "traumhafte Reichweite". Mehr als 80 Prozent der Wahlberechtigten erreichen die Plakate. Damit seien sie neben Wahlkampfspots im Fernsehen und politischen Nachrichten die wichtigste Quelle zur Meinungsbildung der Wähler, sagt Holtz-Bacha.

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Nicht wasserfest Die SPD hat Ärger mit ihren Wahlplakaten

Gerade erst hat SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück die Plakate für die Bundestagswahl vorgestellt, da steht schon Ärger ins Haus - und das nicht etwa wegen des Inhalts. Vielmehr gibt es Probleme bei der Wetterfestigkeit.

Peer Steinbrück fasst sich an den Kopf. Es gibt eine Panne bei den SPD-Wahlplakaten. Quelle: dpa

Die Parteien achten auf Diskretion

Wenn die Wähler die Bemühungen der Parteien zum ersten Mal wahrnehmen, hat die Arbeit von Geschäftsführer Michael Wesselmann und seinen 800 Mitarbeitern schon längst begonnen. "Wenn der Wähler zur Urne geht, sind wir schon zwölf Monate im Stress", sagt der Sohn des Unternehmensgründers Hans-Bernd Wesselmann. 30000 Holztafeln stellen seine Mitarbeiter deutschlandweit auf, an Ausfallstraßen, Verkehrsinseln: "Hauptsache, sie werden gesehen." Durchschnittlich zehn Tage hängt jedes Plakat, drei Mal pro Wahlkampf werden die Motive ausgewechselt.

Mit den Landtagswahlen in Hessen und Bayern und der Bundestagswahl, die fast zeitgleich stattfinden, hat der Marktführer für großformatige Wahlplakate alle Hände voll zu tun. Wie abhängig seine Firma von den Wahlterminen ist, zeigte sich zuletzt 2007. Im ganzen Jahr fand nur die Wahl zur Bremischen Bürgerschaft statt. "Das war ein mageres Jahr", sagt Wesselmann. "Das ist aber ganz normal im Saisongeschäft."

Im Wahlkampf gehören fast alle großen Parteien zu seinen Kunden. Nur zur Partei Die Linke habe sich bislang kein Kontakt ergeben, sagt Wesselmann. Davon abgesehen arbeite er aus Prinzip nicht mit rechtsradikalen Parteien zusammen. Mehr Informationen zu seinen Kunden gibt er nicht. Indiskretion würden ihm seine Kunden im Wahlkampf nicht verzeihen.

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