Wahlniederlage: Röttgens Pleite feuert Machtkampf in der CDU an

Wahlniederlage: Röttgens Pleite feuert Machtkampf in der CDU an

von Bert Losse

In Berlin lautet sein Spitzname „Muttis Klügster“. Doch das Wahldebakel in NRW bedeutet auch das Ende der bundespolitischen Ambitionen von Nobert Röttgen. In der NRW-CDU droht nun ein Machtkampf um den vakanten Landesvorsitz.

Schon um 17.58 Uhr flüchten sich die spärlich erschienenen  Funktionäre  auf der CDU-Wahlparty in der Düsseldorfer Wasserstraße in Galgenhumor. „Die Wahllokale haben noch zwei Minuten auf - da ist für uns noch alles drin“, ruft einer ins Festzelt im Garten der CDU-Zentrale.

Zwei Minuten und 30 Sekunden später  herrschte dann Grabesstille unter den Unionsanhängern.  26,3 Prozent für die CDU, der schlechteste Ergebnis aller Zeiten für die Partei in Nordrhein-Westfalen. Dann geht alles ganz schnell. Ein blasser Norbert Röttgen tritt vor die Kameras, übernimmt die Verantwortung für die Niederlage - und gibt seinen Rücktritt vom Landesvorsitz der CDU bekannt.

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Niemand in der Partei hat mit einem solchen Debakel gerechnet. „Wir haben wohl gemerkt, dass es keine Wechselstimmung im Land gab. Trotzdem ist dieses Ergebnis ein Schock“, sagt Ursula Heinen,  die stellvertretende Landesvorsitzende. Doch es war eine Niederlage mit Ansage.

Schlechte Sympathiewerte

Selbst wohlmeinende Beobachter waren fassungslos über die strategischen Fehler,  die der kluge und erfahrene Politprofi Röttgen machte; selten zuvor wurde der Wahlkampf einer Partei so grandios versemmelt wie jener der CDU im bevölkerungsreichsten Bundesland der Republik.

Für Hannelore Kraft und ihre SPD reichte es schon, den Slogan „Currywurst ist SPD“  zu plakatieren, um den auf Markplätzen und TV-Studios gleichermaßen bedröppelt dreinblickenden Juristen aus Meckenheim zu deklassieren. Röttgens persönliche Sympathiewerte lagen zu jedem Zeitpunkt unter denen von  Landesmutter Kraft.

Röttgens größter Fehler: Er hat sich vor einem Bekenntnis zu NRW gedrückt und wollte erkennbar nicht aus dem Bundeskabinett in Berlin auf die harte Oppositionsbank in Düsseldorf wechseln. Unausgesprochen schwebte über ihm der Vorwurf, er stelle seine eigene Karriere über Parteiinteressen.

Seit Beginn des Wahlkampfes vor sechs Wochen hatten ihn hinter den Kulissen einflussreiche CDU-Politiker aufgefordert, sich voll zu einer Karriere in der Landespolitik zu bekennen. „Ein bisschen schwanger geht nicht“, stichelten viele, und als Röttgen sich weigerte, nahm die Unterstützung im Wahlkampf für den Berlin-Import rapide ab.

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