Wahlsager: Die Hoffnung der SPD heißt Peer Steinbrück

ThemaWahlen 2017

kolumneWahlsager: Die Hoffnung der SPD heißt Peer Steinbrück

Kolumne von Jan Eric Blumenstiel und Konrad Fischer

Die Deutschen empfinden die wirtschaftliche Lage als so gut wie schon lange nicht mehr vor einer Wahl. Davon profitiert bisher nur eine Partei – doch das könnte sich noch ändern .

Es ist die simpelste Theorie zu Wahlentscheidungen überhaupt: „It’s the economy, stupid.“ Der Satz stammt vom Kampagnenberater des US-Präsidenten Bill Clinton, James Carville, die These ist viel älter: Wenn die Wirtschaft läuft, wird die amtierende Regierung wiedergewählt, wenn sie stockt, gewinnt die Opposition. Auf den ersten Blick scheinen die aktuellen Umfragen das auch für die deutsche Bundestagswahl 2013 zu bestätigen.

Wenn die Regierung bei der Wahl scheitert, dann sicherlich nicht an den Zustimmungswerten der  Kanzlerin und ihrer Partei. Warum also noch Wahlkampf machen? Leichter wäre es doch, ein paar Plakate mit den aktuellen BIP-Zahlen zu drucken und sich ansonsten in der Kunst des Schweigens zu üben.

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Dass es ganz so einfach doch nicht ist, zeigt die vergangene Wahl 2009. Die Wirtschaftsleistung schrumpfte damals  um 5,1 Prozent, die Arbeitslosigkeit stieg rasant an – trotzdem gewannen die Kanzlerin und ihre Partei sogar an Zustimmung. Zwar ist unumstritten, dass die Wirtschaft eine wichtige Rolle spielt, über die Art und Weise gibt es jedoch verschiedene Vermutungen. So behauptet die sogenannte Klientelhypothese, dass die Regierung keineswegs immer verliert, wenn es der Wirtschaft schlecht geht. Vielmehr werden verschiedene Parteien für verschiedene Aspekte der Wirtschaft als kompetent eingestuft.

Hakt es bei den Wachstumszahlen oder der Inflation, profitieren konservative und liberale Parteien, ist die Arbeitslosigkeit hoch, gewinnen eher linke Parteien. Da diese Phänomene jedoch meist gemeinsam auftreten, ist es schwer diese These zu überprüfen. Der Wahlkampf 2009, bei dem das Wachstum stärker im Fokus stand als die Arbeitslosigkeit, scheint ihr jedoch Recht zu geben.

Umstritten ist zudem, ob die eigene wirtschaftliche Lage des Wählers für seine Entscheidung ausschlaggebend ist oder die der gesamten Gesellschaft.  Dabei scheint die Wählerschaft gespalten zu sein. Für die meisten Menschen ist es wichtiger, wie es der Gesellschaft geht. Gerade die potenziellen Protestwähler (die sich dann bei Linken, AfD und Piraten sammeln) schauen aber aufs eigene Portemonnaie. So profitierten 2009 insbesondere die Linken von Wählern, die sich persönlich von der Krise getroffen sahen. Interessant ist zudem, dass die konkreten wirtschaftlichen Programme offenbar kaum eine Rolle spielen: Die Wähler ziehen für ihre Bewertung vor allem die Wirtschaftsentwicklung in der Vergangenheit heran, Erwartungen für die Zukunft spielen in der Regel eine untergeordnete Rolle.

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