Warnstreiks: Hohe Sprengkraft für die Gewerkschaften

KommentarWarnstreiks: Hohe Sprengkraft für die Gewerkschaften

Bild vergrößern

Protest für mehr Lohn

von Bert Losse

So früh wie nie setzen die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst auf Eskalation. Das könnte sich rächen.

So macht man sich unbeliebt. Obwohl die Gewerkschaften Verdi und DBB Tarifunion zuvor gerade mal vier Stunden mit den Arbeitgebern verhandelt hatten, überziehen sie das Land mit Warnstreiks. Vielerorts bleiben Busse und Bahnen in den Depots, Kitas machen dicht, die Müllabfuhr kommt nicht, in vielen Krankenhäusern und Altenheimen läuft nur ein Notbetrieb. Nicht nur genervte Eltern und Pendler fragen sich seitdem: Muss das sein?

Statistisch gesehen ist Deutschland im Vergleich zu anderen Industriestaaten immer noch ein eher streikarmes Land. Dass aber die Gewerkschaften 2012 in rekordverdächtigem Tempo auf Eskalation setzen, lässt für den weiteren Verlauf der Tarifrunde nichts Gutes erahnen – und könnte Folgen haben, die weit über den aktuellen Anlass hinausreichen.

Anzeige

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat mit ihrer öffentlichen Forderung nach steigenden Löhnen den Gewerkschaften eine ordentliche Vorlage gegeben. So könnte am Ende ein Abschluss im öffentlichen Dienst stehen, der die Steuerzahler Milliarden kostet – und den Gewerkschaften künftig einen tarifpolitischen Flickenteppich beschwert.

Der Grund: Ein hoher Abschluss droht auf Arbeitgeberseite die Tarifgemeinschaft von Bund und Kommunen zu sprengen. Bereits 2005 sind die Länder ausgeschert und verhandeln seitdem separat. Trotz diverser Appelle der Bundesregierung machen sie keine Anstalten, der Tarifgemeinschaft der öffentlichen Arbeitgeber wieder beizutreten. Hessen und Berlin verhandeln sogar komplett allein.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%