Warnung an IG Metall: Südwestmetall-Chef Roell für variable Einmalzahlungen

Warnung an IG Metall: Südwestmetall-Chef Roell für variable Einmalzahlungen

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Südwestmetall-Chef Jan Stefan Roell (r.) und der IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann

Die Metallarbeitgeber in Baden-Württemberg wollen auf die hohen Tarifforderungen der IG Metall mit dem Angebot variabler Einmalzahlungen reagieren, die an das in vielen Betrieben gute Ergebnis des laufenden Jahres gekoppelt werden sollen. Das hat der Vorsitzende von Südwestmetall und Verhandlungsführer Jan Stefan Roell im Gespräch mit der WirtschaftsWoche vorgeschlagen.

„Ich bin dafür, die tabellenwirksame Lohnerhöhung mit einer variablen Einmalzahlung für das – teilweise noch gute – Geschäftsjahr 2008 zu koppeln“, sagte Roell dem Magazin. „Über die konkrete Ausgestaltung dieses Betrages sollten die Betriebsparteien vor Ort entscheiden können, denn die wirtschaftliche Lage in den einzelnen Metallbranchen ist sehr unterschiedlich. Wir müssen aufpassen, dass wir keine übermäßigen Kostenbelastungen ins Jahr 2009 tragen – wenn die Konjunktur deutlich schwächer wird.“ Konkrete Aussagen machte Roell noch nicht. Die Arbeitgeber würden am 21. Oktober zusammenkommen, um über ein „ökonomisch tragbares Angebot“ zu beraten.

Scharfe Kritik äußert Roell an der Gewerkschaftsstrategie, einen hohen Lohnabschluss mit angeblichem Nachholbedarf zu begründen. „Die Lohnerhöhungen in der Metallindustrie lagen in den vergangenen Jahren immer deutlich über denen anderer Branchen.“ Auch die Kritik an zu hohen Managergehältern weist Roell scharf zurück. „Diese Debatte nervt! Wer nickt die hohen Gehaltssprünge denn ab? Das sind die Aufsichtsräte – und da sitzen bekanntlich zur Hälfte Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaftsfunktionäre. Wenn die das so schlimm finden, sollen sie bitte schön dagegen stimmen.“

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Zudem warnt Roell im WirtschaftsWoche-Interview die IG Metall, die Arbeitgeber nicht zu überfordern. „Sie prescht mit einer Forderung vor, die auf der konjunkturellen Lage des Frühjahrs basiert. Mittlerweile hat sich die Situation verschärft. Die Produktion in der Metall- und Elektroindustrie wird 2009 wahrscheinlich stagnieren. Ich mache mir große Sorgen, wie wir das verhandlungstechnisch packen sollen. Und ich werde keinen Tarifvertrag unterzeichnen, der die Betriebe überfordert.“

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