Was kann sie verhindern?: Die Rolle der AfD

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KommentarWas kann sie verhindern?: Die Rolle der AfD

, aktualisiert 23. September 2013, 07:29 Uhr
von Dieter Schnaas

Plötzlich schauten alle auf die AfD. Aber anders als gedacht, war die große Frage nicht: Kommt die AfD rein oder nicht? Sondern: Verhindert sie die absolute Merkel oder nicht?

Gut möglich, dass die AfD schon in sechs Wochen wieder Geschichte ist. Mit 4,7 Prozent verpasst sie nur ganz knapp den Einzug in den Deutschen Bundestag. Die AfD ist nun eine Kraft, mit der die anderen rechnen müssen. Meinungsforscher hatten die etablierten Parteien schon im Vorfeld der Wahl davor gewarnt, die häufig als rechtspopulistisch beschriebene AfD in die Schmuddelecke zu stellen. Sie wiesen Union und FDP eine Mitverantwortung für das Erstarken der Partei zu: Schließlich gehe es beim Kurs in der Euro-Krise um eine wichtige Frage der Staatsräson - ein Thema, das die etablierten Parteien im Wahlkampf vernachlässigt und vor allem viel zu wenig erklärt hätten, argumentierten sie.

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Quelle: dpa/Montage

Mit welchen Positionen wird sie eigentlich in Landtagswahlkämpfe ziehen? Hat sie überhaupt Interesse an Vor-Ort-Politik? Oder ist sie nur ein Sammelbecken alternder Euro-Gegner, enttäuschter Konservativer, ökonomischer Besserwisser und frustrierter Liberaler, die sich allein zu bundes- und europapolitischer Einmischung berufen fühlen? Haben wir es am Ende mit einer Alles-oder-Nichts-Partei zu tun? Die AfD hätte die Plattform Bundestag nutzen können, um den Liberalen als eine Art bessere FDP den Rang abzulaufen: als ordnungspolitische Instanz und Stimme der ökonomischen Austeritätsvernunft. Bernd Lucke, Alexander Gauland und Joachim Starbatty werden dann bei Jauch, Will und Illner sitzen und ihre Popularitätswerte erhöhen - und nicht mehr Guido Westerwelle, Philipp Rösler und Rainer Brüderle.

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Fraglich ist, ob das dem Liberalismus nützt. Dass die FDP aus dem Bundestag geflogen ist, ist ganz gewiss eine gute Nachricht für den Liberalismus: Keine Partei hat die Idee der Freiheit in den vergangenen Jahren so verdünnt wie ausgerechnet jene, die sich noch beim mickrigsten Anlass berufen fühlen, sich auf sie zu berufen: Ein Liberalismus der unter Freiheit Vorfahrt für Billigschnitzel und Tempo 220 versteht, hat nicht mal vier Prozent verdient. Leid kann es einem nur um den stellvertretenden Vorsitzenden Christian Lindner tun - der Einzige, dem die FDP jetzt s o f o r t Platz machen muss: It's your turn, Christian Lindner!

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