Was sich in Deutschland ändern muss: Mehr Experimente in der Bildung

KommentarWas sich in Deutschland ändern muss: Mehr Experimente in der Bildung

von Mona Fromm

Ein einheitliches Bildungs-Konzept ist nicht möglich. Wir brauchen Mut zu Vielfalt in der Bildung: individuelle Schnupperphasen, Auswertungen, Verbesserungen, Schülermeinungen.

„Die Reform unseres Bildungssystems steht bei Politikern, Unternehmern, Publizisten und Pädagogen ganz oben auf der Tagesordnung.“ Ein Satz, der aktuell zutreffender nicht sein könnte. Doch stammt er aus einem 2009 auf deutschlandfunk.de erschienenen Essay von Joachim Weiner. An unserem Wunsch nach einer Revolution an deutschen Schulen hat sich seitdem nichts geändert.

Warum? Pisa-Ergebnis 2009: Deutschland auf Platz 16. Pisa-Ergebnis 2016: Deutschland auf Platz 16. Reformen müssen her, nur wie? Sicherlich nicht ohne Konzept und Testphase.

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Ein einheitliches Bildungs-Konzept ist nicht möglich – dank unseres föderalen Systems, das sich nicht einfach abschaffen lässt. Es hilft auch nicht, in fünf Jahren 250 Millionen Euro mehr in Innovation in der Bildung zu investieren. Die Lösung: Wir brauchen mehr Experimente in der Bildung und mehr Vielfalt: individuelle Schnupperphasen, Auswertungen, Verbesserungen, Schülermeinungen. In welchem Fach ist die Nutzung von PCs angebracht? In Mathe können sich Schüler Geometrie besser auf dem Bildschirm vorstellen, Rechnen lernen sie mit Computern aber nicht.

Der junge Blick Was sich in Deutschland ändern muss

Vor welchen Herausforderungen steht Deutschland? Welche Aufgaben muss die Politik angehen? Neun junge Journalisten über ihre Forderungen im Bundestagswahljahr 2017.

Besucher hören sich einen Vortrag über die Geschichte des Deutschen Bundestages am Tag der offenen Tür, auf der Besucherebene des Reichstagsgebäudes in Berlin an. Quelle: dpa

Eine Gruppe Jugendlicher sollte testweise nachmittags zur Schule gehen. Kommen die schwächeren Schüler mit? Langweilen sich die starken? Oder kommt lediglich mehr Stoff auf den Plan? Nach ein paar Monaten kann man das Konzept wieder verwerfen. Vielleicht ist die Mittagspause für die tobenden Fünftklässler besser in der sechsten, statt der siebten Stunde. Es gibt so vieles, was man einfach einmal ausprobieren könnte, um zu sehen, was am Ende funktioniert.

Vorreiter ist Finnland mit verschiedenen Pilotprojekten in Helsinki. Es gibt Schulen, die nicht Fächer, sondern Themen beibringen, oder die ausschließlich iPads nutzen. In Schulen ohne Schulbank findet der Unterricht außerhalb der Klassenräume statt. Mancherorts wurden Stundenpläne und Klassen abgeschafft. Flexibles, projektbasiertes Lernen ist die Alternative.

Gerade das Pilotprojekt „Projektbasiertes Lernen“ gilt als besonders innovativ und mag manch einen hierzulande überraschen. Aber wir sollten mit der Zeit gehen. Und falls Finnland merkt: „Wir brauchen doch wieder Schulbücher“, dann ist ja noch nichts zu spät. Wir sollten keine Angst haben zu experimentieren.

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