Weblog Berlin Intern: Deutsche Banker, sprecht deutsch!

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Kolumne

Zu viel Englisch kann fatal sein, lautet eine wichtige Lehre aus der Bankenkrise. Die deutsche Sprache schafft mehr Sicherheit und Klarheit in unserem Wirtschaftssystem.

Stellen Sie sich bitte vor, Sie müssten ein hochwirksames Medikament schlucken und der Beipackzettel wäre nur in englischen Fachwörtern verfasst. Mindestens 98 Prozent der Patienten wären überfordert, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt würde Alarm schlagen, das Parlament müsste schnellstens ein Gesetz verabschieden.

Und nun blicken wir auf unseren kranken Bankensektor. Wenn alle Beschreibungen der vergifteten Zertifikate in Deutsch lesbar gewesen wären, hätten Kunden und Kontrolleure die Klinken vielleicht eher erkannt. Manche Verluste wären deutschen Anlegern erspart geblieben. Unglücklicherweise wurden die üblen Finanzpakete aber stets in englischer Fachsprache beschrieben, eng bedruckt auf Hunderte Seiten.

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Kein Wunder, dass kaum ein Aufsichtsrat einer Sparkasse oder Landesbank diese Beipackzettel je durchgelesen, geschweige denn verstanden hat. Das räumte auch der frühere baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratt‧haus ein, der heute beim staat‧lichen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) angeschlagene Geldhäuser mit unseren Steuergeldern rettet. Der CSU-Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler hat nun einen Brief an Bundesfinanzminister Peer Steinbrück geschrieben. Seine Forderung: „Für hiesige aufsichtliche Prüfungen und Genehmigungen bestimmte Bankunterlagen, die Produktbeschreibungen und Risiken beinhalten, müssen in Deutsch verfasst sein.“ Es wäre wichtig, dass Steinbrück so schnell wie möglich mitzieht.

Darauf will auch die neue Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner drängen. Für sie bedeutet Verbraucherschutz, dass die Bürger alle Geschäfte zumindest sprachlich verstehen. Gerade Finanzdienstleistungen müssten in klarem Deutsch und ohne verschleiernde Anglizismen beschrieben werden.

Das hat mit Deutschtümelei nichts zu tun. Das ist vielmehr soziale Marktwirtschaft. Grundlegender Bestandteil ist, so betonte schon Ludwig Erhard, Klarheit für die Marktteil‧nehmer. Die Ausbreitung des Englischen mögen wir als Tribut an die Globalisierung akzeptieren. Wir sollten uns aber nicht blind und uneingeschränkt unterwerfen.

Das gilt übrigens auch für unser Recht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat für diese Woche das Thema „Deutsches Recht – ein Exportschlager“ auf die Agenda gesetzt. Dieses ist etwa im Wirtschaftsrecht durch Genauigkeit und kaufmännische Vorsicht geprägt. Das amerikanische Recht verschärft dagegen mit seinem Zwang zu permanenten Neubewertungen von Vermögenswerten die globale Wirtschaftskrise.

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