Wegen Niedrigzinsen: Bundesregierung hilft den Bausparkassen

Wegen Niedrigzinsen: Bundesregierung hilft den Bausparkassen

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Die Regierung will den Bausparkassen über die Dauer-Niedrigzinsphase hinweghelfen.

Bausparkassen haben es wegen niedriger Zinsen schwer. Eine Änderung im Bausparkassen-Gesetz soll deshalb jetzt den Firmen helfen, auf Dauer ausreichend Geld zu verdienen.

Die Bundesregierung will den 21 deutschen Bausparkassen über die Dauer-Niedrigzinsphase hinweghelfen. Das Finanzministerium plant eine Lockerung von Vorschriften, die es den Instituten schwermachen, auf Dauer ausreichend Geld zu verdienen, wie ein mit den Plänen vertrauter Regierungsvertreter am Dienstag in Berlin sagte. Ein entsprechendes Gesetz soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Die zwölf privaten und neun öffentlichen Bausparkassen leiden unter dem Zinstief, weil sie das Geld der Bausparer nur äußerst sicher anlegen dürfen. In geltende Bauspar-Verträge wolle die Regierung aber nicht eingreifen, machte der Ministeriumsvertreter deutlich. Die teilweise hochverzinsten Altverträge belasten die Branche besonders. In den 30 Millionen deutschen Bausparverträgen stecken rund 150 Milliarden Euro.

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"Wir geben den Bausparkassen Möglichkeiten auf der Ertrags- und auf der Kostenseite", sagte der Regierungsvertreter. Unter anderem sollen die Bausparkassen das Geld der Bausparer auch dazu verwenden können, normale Hypothekenkredite außerhalb des eigentlichen Bauspargeschäfts auszugeben.

Diese Bausparkassen sollten Sie lieber meiden

  • Der miese Service der Bausparkassen

    Wenn Ihre Kundendaten kaum erfasst werden, Ihr Bausparwunsch unberücksichtigt bleibt, die Finanzierungskosten unnötig hoch sind, Informationen in der Angebotsbroschüre fehlen und beim Beratergespräch auf Diskretion kein Wert gelegt wird, dann sind Sie mit Sicherheit bei einer Bausparkasse, die durch den Test von „Finanztest“ gefallen ist. Nachfolgend finden Sie die schlechtesten Bausparkassen Deutschlands.

  • Platz 7

    Deutsche Ring
    Erfassung Kundenstatus: Ausreichend (4,5)
    Qualität des Angebots: Ausreichend (3,6)
    Kundeninformation: Ausreichend (3,6)
    Begleitumstände: Sehr gut (0,9)
    Gesamtnote: Ausreichend (3,6)

    Stand: Januar 2015

  • Platz 6

    Bausparkasse Mainz
    Erfassung Kundenstatus: Befriedigend (3,3)
    Qualität des Angebots: Befriedigend (3,4)
    Kundeninformation: Mangelhaft (5,0)
    Begleitumstände: Befriedigend (2,9)
    Gesamtnote: Ausreichend (3,9)

  • Platz 5

    BHW
    Erfassung Kundenstatus: Ausreichend (3,7)
    Qualität des Angebots: Ausreichend (4,0)
    Kundeninformation: Mangelhaft (5,1)
    Begleitumstände: Sehr gut (1,5)
    Gesamtnote: Ausreichend (4,2)

  • Platz 4

    LBS West
    Erfassung Kundenstatus: Ausreichend (3,7)
    Qualität des Angebots: Mangelhaft (4,6)
    Kundeninformation: Mangelhaft (5,0)
    Begleitumstände: Gut (1,8)
    Gesamtnote: Mangelhaft (4,6)

  • Platz 3

    Aachener
    Erfassung Kundenstatus: Befriedigend (3,5)
    Qualität des Angebots: Mangelhaft (4,9)
    Kundeninformation: Befriedigend (3,4)
    Begleitumstände: Befriedigend (2,6)
    Gesamtnote: Mangelhaft (4,9)

  • Platz 2

    Deutsche Bank Bauspar
    Erfassung Kundenstatus: Befriedigend (2,7)
    Qualität des Angebots: Mangelhaft (5,5)
    Kundeninformation: Sehr gut (1,5)
    Begleitumstände: Gut (1,8)
    Gesamtnote: Mangelhaft (4,9)

  • Platz 1

    LBS Rheinland-Pfalz
    Erfassung Kundenstatus: Ausreichend (3,6)
    Qualität des Angebots: Mangelhaft (5,4)
    Kundeninformation: Mangelhaft (4,9)
    Begleitumstände: Sehr gut (1,4)
    Gesamtnote: Mangelhaft (5,4)

Bisher müssen sie sich dafür Geld teuer am Kapitalmarkt holen, weil die Bausparmittel nur für Baudarlehen oder Zwischenfinanzierungen genutzt werden dürfen. Zur Refinanzierung sollten sie außerdem künftig auch Hypothekenpfandbriefe ausgeben können. Das nutzt allerdings nur Unternehmen, die nicht ohnehin eine eigene Pfandbriefbank betreiben. Zudem sollen sie in einem größeren Umfang als bisher Vorfinanzierungen für Häuslebauer anbieten können, deren Vertrag noch nicht zuteilungsreif ist.

Einer der wichtigsten Eingriffe in das Gesetz ist aber ein flexiblerer Umgang mit dem Fonds, den die Bausparkassen für Hochzinsphasen aufbauen mussten. Die Liquiditätsreserve soll künftig dazu verwendet werden können, die Widerstandsfähigkeit der Branche zu stärken. Mit der Einrichtung des Fonds hatte der Gesetzgeber vor fast 25 Jahren darauf reagiert, dass Bausparer lange auf die Zuteilung ihrer billigen Darlehen warten mussten. Derzeit haben die Bausparkassen eher das Problem, dass zu wenige Kunden die Darlehen abrufen. Das Bauspargesetz war zuletzt 1991 novelliert worden.

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Es zwingt die Bausparkassen, das Geld ihrer Kunden nur in äußerst sichere Anlagen zu packen, die wegen der Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank kaum Rendite abwerfen. Gleichzeitig müssen sie hochverzinste Altverträge bedienen. Fast alle deutschen Bausparkassen haben insgesamt bis zu 200.000 Verträge gekündigt, bei denen die Sparer zwar die hohen Zinsen mitnahmen, die Darlehen aber nicht abriefen. Bei Verbraucherschützern ist das umstritten. Den Kassen auch renditeträchtigere Anlagen etwa in Aktien zu erlauben, ist dem Regierungsvertreter zufolge nicht geplant.

Die Bausparkassen-Verbände begrüßten die Gesetzespläne. Der Vorstandschef des Verbandes der privaten Bausparkassen, Andreas Zehnder, verwies darauf, dass die Branche schon seit fünf Jahren auf eine Neufassung des Gesetzes dringe. "Die Novellierung könnte auch helfen, kritische Situationen zu vermeiden, die bei einer Fortsetzung der Nullzinspolitik nicht auszuschließen wären." Für eine endgültige Bewertung sei es aber zu früh. Der Verband hatte sich für eine Lockerung der Anlagevorschriften ausgesprochen und dafür, den Fonds auch zur "Risikoabwehr" in einer Niedrigzinsphase zu verwenden.

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