Weiterbildungsfonds für Zeitarbeiter: Clement kritisiert Deutschlands Energiepolitik

Weiterbildungsfonds für Zeitarbeiter: Clement kritisiert Deutschlands Energiepolitik

In der aktuellen Krise sieht Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement eine Chance für die Energiepolitik. Darüber hinaus forderte das frühere SPD-Mitglied in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche Zeitarbeitsfirmen auf, einen branchenweiten Weiterbildungsfonds für Zeitarbeitskräfte einzurichten.

Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sieht in der aktuellen Krise eine Chance für die Energiepolitik. „Jetzt müssen wir den Investitionsstau im Kraftwerksbau beseitigen“, fordert Clement im Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Seiner Ansicht nach forciert Deutschland mit seiner „einseitigen“ Ausrichtung auf erneuerbare Energie die „De-Industriealisierung“: „Wir nehmen in Kauf, dass die Strompreise explodieren, dass in Nordrhein-Westfalen die letzte Zinkhütte geschlossen hat, dass die Aluminiumindustrie langsam dichtmacht und dass im Spezialstahl nicht mehr investiert wird.“

Clement appelliert an den neuen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Gutenberg: „Schnellstens die Energiepolitik zu ändern. Wir erlauben uns in Deutschland die teuerste Energiepolitik der Welt.“ Wenn nicht schnell etwas geschehe, werde hierzulande „von 2013 an kein einziges Kohlekraftwerk mehr gebaut“. Clement: „Um uns herum ist das anders.“

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Handlungsbedarf sieht Clement auch mit Blick auf den Föderalismus. Aktuell biete sich die Gelegenheit, so Clement, dass die Bundesländer ihr Übermaß an Behörden abbauen und Genehmigungsverfahren beschleunigen: „Deutschland muss schneller werden.“ Konkret heißt dies für Clement: „Wir müssen schnellstens die Zahl der Bundesländer von 16 auf 5 bis 6 reduzieren.“ Politisch scheitere Deutschland an den Ministerpräsidenten, die so gut wie ungebremst Macht auf allen Politikfeldern ausübten. „Das politische Prestigedenken und die Kleinstaaterei kosten uns zu viel, das geht von der Aufrechterhaltung der Landesbanken bis hin zu unzähligen überflüssigen Behörden. Hier könnte man Milliarden freisetzen“, kritisiert Clement.

Zeitarbeit: Clement fordert branchenweiten Weiterbildungsfonds

Außerdem hat der frühere Bundeswirtschaftsminister die Zeitarbeitsfirmen aufgefordert, einen branchenweiten Weiterbildungsfonds für Zeitarbeitskräfte einzurichten. „Ich plädiere dafür, dass Zeitarbeitsfirmen in den nunmehr wachsenden einsatzfreien Zeiten ihre Mitarbeiter nicht entlassen, sondern weiterbilden“, sagte Clement in der WirtschaftsWoche.

Zu diesem Zweck „sollten alle Zeitarbeitsfirmen einen bestimmten Prozentsatz ihrer Lohnsumme in einen branchenweiten Weiterbildungsfonds einzahlen“. Vorbild könnte Frankreich sein, wo die Zeitarbeitsfirmen 2,5 Prozent der Lohnsumme dafür aufbringen müssten. Clement arbeitet für das weltgrößte Zeitarbeitsunternehmen, den Schweizer Adecco-Konzern, bei dessen Tochterunternehmen DIS er im Aufsichtsrat sitzt.

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