Weltwirtschaft: Klimawandel und Energiekrise sind die größten Herausforderung

Weltwirtschaft: Klimawandel und Energiekrise sind die größten Herausforderung

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Weltwirtschaftssymposium in Plön: Dennis J. Snower (v.r.), Präsident des Wetwirtschaftsinstituts in Kiel, Assar Lindbeck, Wirtschaftswissenschaftler aus Schweden, George A. Akerlof, Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften aus den USA, und Daniel L. McFadden, Nobelpreisträger Wirtschaftswissenschaften aus den USA

Was sind die dringlichsten Aufgaben, denen sich die Weltgemeinschaft derzeit gegenüber gestellt sieht und wie muss eine effiziente Lösung aussehen? Das sind die zentralen Fragen, die sich 350 Experten aus aller Welt gestern und heute auf dem Weltwirtschaftssymposium (Global Economic Symposium, GES) im schleswig-holsteinischen Plön stellen.

Zu der Veranstaltung haben das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel und die Landesregierung Schleswig-Holstein hochrangige Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und  Politik auf das Plöner Schloss geladen. Hoch über dem Plöner See brütet die globale Führungselite nun zwei Tage lang über Lösungsvorschläge für die wichtigsten Probleme der Menschheit.

Anders als das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos, das mit den Jahren zu einem lockeren Treffen der globalen Führungselite und des internationalen Jetsets geworden ist und mehr von der Pflege persönlicher Netzwerke zehrt als von der inhaltlichen Diskussion über globale Fragestellungen, soll das GES handlungsorientiert sind. Aus diesem Grund hat Dennis Snower, Präsident des IfW und Direktor des GES, die Teilnehmer  in ein enges inhaltliches Korsett gezwungen. Damit sie auf den Sitzungen nicht nur heiße Luft ablassen und Sprüche klopfen, hat er sie dazu verpflichtet, sich bereits im Vorfeld Gedanken über ihr Thema zu machen und schriftlich Lösungsvorschläge einzureichen. Selbst beim Mittagessen, das unter dem Punkt „working lunch“ steht, ist Smalltalk verpönt.

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Stattdessen waren die Experten angehalten darüber zu diskutieren, welches die vordringlichsten Probleme der Menschheit sind. Dank der straffen Organisation gab es schon am ersten Tag ein Ergebnis: Der Klimawandel und die Energiekrise sind nach Ansicht der GES-Teilnehmer die größte Herausforderung  für die Menschheit. Auf Rang zwei folgt die Verbesserung der multilateralen  Zusammenarbeit. Rang drei der wichtigsten Probleme belegt das weltweite Bevölkerungswachstum und die damit verbundene Verknappung von Ressourcen.

Die Verbesserung der Bildung, die Überwindung der  Finanzkrise und die Bekämpfung der Armut folgen auf den Plätzen. Weniger drängend sehen die Experten das Problem der zunehmenden Einkommensungleichheit, den Kampf für Demokratie und die Überwindung von Krankheiten.

Basisqualifikationen als Voraussetzung

So schnell sich die Experten bei der Identifikation der vordringlichsten Aufgaben einig waren, so kontrovers diskutierten sie über geeignete Lösungsansätze. Das zeigte sich etwa bei der Frage, wie die Industrieländer verhindern können, dass im Zuge der  Globalisierung immer mehr Jobs ins billigere Ausland verlagert werden. So äußerten einige Teilnehmer Zweifel an der Strategie, möglichst vielen Menschen eine akademische Ausbildung zu vermitteln. Der Grund: Die Verbreitung neuer Kommunikationstechnologien wie das Internet habe in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass viele vorher nicht handelbare Dienstleistungen von Akademikern, etwa die Analyse von Röntgenbildern, handelbar geworden sind.

Unternehmen können diese Tätigkeiten daher leicht ins Ausland verlagern. Weniger von Outsourcing betroffen seien dagegen Arbeitnehmer wie Handwerker, die personengebundene Dienstleistungen ausüben. So könne der Friseur der  Globalisierung entspannt entgegen sehen, da seine Leistungen nicht ins Ausland verlagert werden können.

Andere Experten warnten jedoch davor, Menschen deshalb vorwiegend in Berufe mit personengebundenen Dienstleistungen zu stecken. Niemand könne wissen, wie sich die Nachfrage nach einzelnen Qualifikationen in Zukunft entwickelt. Daher sei es am besten, die Menschen lernten, wie man lernt. Dazu müssten sie Basisqualifikationen erwerben, die es ihnen ermöglichen, sich rasch neue Fähigkeiten anzueignen, wenn die wirtschaftliche Entwicklung dies erfordert. Besonders viel Wert sollte daher auf die vorschulische Bildung und die Ausbildung in der Grundschule gelegt werden. Dort würden Sozialkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Selbstmotivation und andere wichtige Basisqualifikationen für eine erfolgreiche spätere Berufslaufbahn vermittelt.

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