
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte im Voraus mit einer Einigung im Streit um die Kürzung der Solarstromförderung gerechnet. „Wir hatten in den vergangenen Tagen intensive Gespräche. Ich hoffe, dass wir uns zu einer Lösung durchringen können, so dass wir ab morgen Klarheit haben“, sagte er am Mittwoch am Rande eines Energiekongresses in Berlin.
Nun ist die Einigung da: Bund und Länder haben sich am Mittwochabend im Vermittlungsausschuss auf eine Kürzung der Solarförderung geeinigt. Während nach Protesten der Länder die Kürzungen bei Dachanlagen zum Teil abgemildert werden, gibt es für große Solarparks 20 bis 30 Prozent weniger Geld. Die Solarförderung soll bei einer installierten Leistung von 52 000 Megawatt (MW) auslaufen. Derzeit sind es 28 000 MW. Die Förderkosten zahlen die Verbraucher über den Strompreis.
Bild: dpaWer hat auf dem schrumpfenden Solarmarkt noch eine Chance? Das Zentrum für Solarmarktforschung (ZFS) hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die Zukunftssaussichten der deutschen Solarindustrie unter die Lupe genommen. Und das ist das Ergebnis....
Bild: dpaCENTROTHERM
Profil: Hersteller kompletter Fabriken für die Solarindustrie
Umsatz 2011: 699 Millionen Euro
Verlust: 15,9 Millionen Euro
Nettoliquidität: 6,23 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –134,8 Millionen EuroStärken
– klare Ausrichtung auf asiatische Wachstumsmärkte
– breite Technologiebasis auf fast allen Stufen der Wertschöpfung
– sehr individuelle KundenlösungenSchwächen
– starke Abhängigkeit vom Solargeschäft, unzureichende DiversifizierungPrognose: internationale Klasse
Bild: PresseMANZ
Profil: Anlagenbauer für die Herstellung von Solarzellen und -modulen
Umsatz 2011: 241 Millionen Euro
Gewinn: 0,86 Millionen Euro
Nettoschulden: 17,5 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –42,8 Millionen EuroStärken
– überdurchschnittliche Innovationskraft
– Kundennähe durch Fertigung an kostengünstigen asiatischen Standorten
– Risikominimierung durch Standbein im FlachbildschirmgeschäftSchwächen
– geringe Standardisierung, teure maßgeschneiderte KundenlösungenPrognose: internationale Klasse
Bild: dpaSMA
Profil: Hersteller von Wechselrichtern mit großem Weltmarktanteil
Umsatz 2011: 1,67 Milliarden Euro
Gewinn: 166 Millionen Euro
Nettoliquidität: 346,25 Millionen Euro
Free Cash-Flow: 104,66 Millionen EuroStärken
– Markt- und Qualitätsführerschaft
– auf unterschiedlichste Kundenbedürfnisse ausgerichtetes AngebotSchwächen
– Produkt ist technologisch weitgehend ausgereift und daher leicht kopierbar
– zu teure Produkte für die Wachstumsmärkte in den SchwellenländernPrognose: wettbewerbsstark
Bild: dpaSOLARWORLD
Profil: Konzern mit integrierter Wertschöpfung von der Siliziumproduktion bis zur fertigen Solarstromanlage
Umsatz 2011: 1,05 Milliarden Euro
Verlust: 299,35 Millionen Euro
Nettoschulden: 718,52 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –291 Millionen EuroStärken
– Kapazitäten ermöglichen Skaleneffekte
– solides Netzwerk bei InstallateurenSchwächen
– Kostennachteile durch zu hohe Wertschöpfungstiefe
– unterentwickeltes Kraftwerksgeschäft
– angespannte FinanzlagePrognose: Mittelmaß
Bild: dpaSUNWAYS
Profil: Solarzellenhersteller mit dem chinesischen Großaktionär LDK
Umsatz*: 84 Millionen Euro
Verlust: 11,2 Millionen Euro
Nettoschulden: 36 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –11,7 Millionen EuroStärken
– Aussicht auf kostengünstigen Einkauf über chinesischen PartnerSchwächen
– kein Alleinstellungsmerkmal
– insgesamt zu kleines Produktionsvolumen für zwei Standorte
– chinesischer Großaktionär befindet sich selbst in der UmstrukturierungsphasePrognose: Mittelmaß
* Umsatzzahlen für Januar bis September 2011
Bild: PressebildALEO SOLAR
Profil: Börsennotierter Modulproduzent im Mehrheitsbesitz des Bosch-Konzerns
Umsatz 2011: 462 Millionen Euro
Verlust: 32,2 Millionen Euro
Nettoschulden: 13,1 Millionen Euro
Free Cash-Flow: – 44,1 Millionen EuroStärken
– direkter Vertrieb mit Ausrichtung auf FachhandelSchwächen
– Produktionsvolumen für Skaleneffekte zu gering
– unklare Internationalisierungsstrategie
– undurchsichtige Strategie mit den Marken aleo und avim (plus Bosch Solar)Prognose: leistungsschwach
Bild: PressebildCENTROSOLAR
Profil: Modulhersteller mit Schwerpunkt auf Dachanlagen
Umsatz 2011: 293 Millionen Euro
Verlust: 16,8 Millionen Euro
Nettoschulden: 68,8 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –28,5 Millionen EuroStärken
– Orientierung auf Endkunden und FachinstallateureSchwächen
– kaum Wachstumsaussichten in den bisherigen Hauptmärkten Italien und Frankreich zu erwarten
– Kooperationsvorteile mit taiwanesischem Partner weitgehend ungenutztPrognose: leistungsschwach
Bild: PressebildCONERGY
Profil: Hersteller schlüsselfertiger Solarsysteme von der Dachanlage bis zum Megawatt-Solarpark
Umsatz 2011: 754 Millionen Euro
Verlust: 162 Millionen Euro
Nettoschulden: 109 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –73,2 Millionen EuroStärken
– langjähriges Branchen-Know-howSchwächen
– Modul- und Gestellproduktion an Hochlohnstandorten
– keine klare Positionierung am Markt
– schwache Eigenkapitalquote, hohe VerschuldungPrognose: Überleben bedroht / leistungsschwach
Bild: dapdPHOENIX SOLAR
Profil: Planer, Erbauer und Betreiber von Fotovoltaik-Großkraftwerken
Umsatz*: 254 Millionen Euro
Verlust: 41 Millionen Euro
Nettoschulden: 11,2 Millionen Euro
Free Cash-Flow: –27,9 Millionen EuroStärken
– Geschäftsmodell, das geringen Kapitaleinsatz erfordert
– hohe FlexibilitätSchwächen
– fehlendes Alleinstellungsmerkmal
– leicht kopierbares Geschäftsmodell
– fehlende Kapitalstärke für weiteres WachstumPrognose: Überleben bedroht
* Umsatzzahlen für Januar bis September 2011
Wer hat auf dem schrumpfenden Solarmarkt noch eine Chance? Das Zentrum für Solarmarktforschung (ZFS) hat exklusiv für die WirtschaftsWoche die Zukunftssaussichten der deutschen Solarindustrie unter die Lupe genommen. Und das ist das Ergebnis....
Dies könnte aber nach Expertenmeinung den von der Regierung nicht beabsichtigten Effekt auslösen, dass es zu einem rasanten Zubau an Solaranlagen kommt, um noch Fördergeld zu kassieren. Denn dies wird auf 20 Jahre garantiert gezahlt. Nach wochenlangen Verhandlungen soll es für größere Dachanlagen (10 bis 40 Kilowatt) mit 18,50 Cent je Kilowattstunde mehr Geld geben. Zunächst waren 16,50 Cent geplant. Damit soll auch der
deutschen Solarindustrie geholfen werden, die wegen der Konkurrenz aus China unter starkem Druck steht. Die Länder hatten weitergehende Kürzungspläne der Koalition von Union und FDP im Mai mit einer Zweidrittelmehrheit im Bundesrat blockiert. Alle Beteiligten wollen das Speichern von Solarstrom forcieren, damit eine Antwort auf die schwankende Solarstromerzeugung gefunden wird. Die Regierung betont, dass es wegen immer günstigerer Module einen rasanten Zubau gebe, der die Kosten der Bürger in die Höhe treibt. Zudem ist das Stromnetz oft nicht fit für immer mehr Solarstrom. Bundestag und Bundesrat müssen den Kompromiss noch absegnen.















