Werner knallhart: Homo-Ehe: Für CDU/CSU ist Sexualität peinlich

kolumneWerner knallhart: Homo-Ehe: Für CDU/CSU ist Sexualität peinlich

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Während in Ländern wie Irland und Spanien die Homo-Ehe gar kein Problem mehr ist, gibt sich Deutschland konservativ

Kolumne von Marcus Werner

Deutschland ist das Zugpferd Europas – aber nur wirtschaftlich. Gesellschaftspolitisch sind wir als Vorbild ein Totalausfall. Dank eines irrationalen Hinterweltlertums aus Deutschlands Süden und Südwesten und einer Kanzlerin, die sich den peinlichen Zirkus bieten lässt.

Wir leben in einem Land, in dem Erzieherinnen ihren Job verlieren, weil sie sich neu verlieben und wieder heiraten. Weil der Träger des fast komplett von unseren Steuergeldern bezahlten Kindergartens das gerecht findet. Egal, was Kinder und Eltern sagen. Und wir lassen uns das bieten.

Wir leben in einem Land, in dem es eine Frauenquote für Aufsichtsräte gibt, und gleichzeitig einen Berufsstand, der für Frauen komplett verboten ist. Der der Priesterin in der katholischen Kirche.

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Wir leben in einem Land, in dem Mütter mit Prämien dazu motiviert werden, Kinder Zuhause zu betreuen und damit dem Arbeitsmarkt fern zu bleiben. Weil es doch schließlich immer so war, dass die Frau sich finanziell vom Mann abhängig macht. Da müssen die Kinder es dann schon aushalten, dass sie nicht in der Kita Deutsch lernen dürfen.

Deutschland kommt nicht voran

Und wir leben in einem Land, im dem die konservativen Kreise in der Bundesregierung der Meinung sind: Die herausragende Stellung der Ehe bleibt nur erhalten, wenn man Paare, die nicht aus Mann plus Frau bestehen, unglücklich macht. Das eine könne nur glänzen, wenn das andere herabgewürdigt wird. Diesen erbärmlichen Beistand hat die Ehe doch gar nicht nötig. Und die ganz überwiegende Mehrheit der Deutschen weiß das auch längst.

In einer Volksabstimmung konnten die Iren über das Thema entscheiden.

Aber Deutschland kommt nicht voran. Wegen der politischen Kräfte, für die Sex immer noch was ist, für das man sich schämt. Denen als Kinder gepredigt wurde, dass Onanie Sünde ist. Dass Sex nicht der Gipfel von Zärtlichkeit ist, nicht das natürlichste Bedürfnis der Welt, über das wir uns freuen dürfen, sondern irgendwie pfuibäh und nur akzeptabel, wenn der liebe Gott sein Go gegeben hat, weil ohne Sex ja nunmal keine Kinder kommen.

Und dann geht das so:

  1. Diese Leute stellen sich vor, wie zwei Männer Geschlechtsverkehr haben, weisen diese Art von Sex von sich (aus welchem unterbewussten Grund auch immer)
  2. Es schleicht sich unterschwellig eine moralische Überheblichkeit ein, wie man sie sich ja gegenüber Minderheiten wunderbar anmaßen kann, ohne gleich auf die Schnauze zu fallen. Dann steht man automatisch mit seinen eigenen sexuellen Gelüsten prima da.
  3. Dann wird Sex gleichgesetzt mit Liebe und dem Wunsch, im Leben für seinen Partner einzustehen, und damit wird Homosexuellen die Unterstützung von Staats wegen verwehrt. Weil das irgendwie ein schmuddeliges Randgruppen-Ding ist.

So einfach kommt man bislang gegen die lange währende Mehrheitsmeinung in Deutschland durch. Ohne einen vernünftigen Grund. Denn das Allerschlimmste ist, wie die Gegner der Gleichstellung von Heterosexuellen und Homosexuellen ihre Haltung erklären. Nämlich gar nicht. Es gibt keine vernünftigen Argumente. Den besonderen Verfassungsrang der Ehe anzuführen, ist Stuss.

So als würde man Strom aus Wasserkraft verbieten, weil man sich ja vorgenommen hat, Strom aus Windkraft besonders zu fördern.

Die „Zeit“ hat gerade eigens in einem Tortendiagramm dargestellt, was sich für Heterosexuelle ändert, wenn die Ehe für alle geöffnet wird:

33,3 Prozent: nichts

66,6 Prozent: überhaupt nichts. 

Doch die verklemmten Stammtischseppel haben derart viel politischen Einfluss auf die Gesellschaft, dass es ihnen gelingt, dem Land der Dichter und Denker ihre kleinkarierte Moral aufzupfropfen. Eine Moral, die wir nicht wollen. Es ist so peinlich.

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