Werner knallhart: Homo-Ehe: "Was droht uns als nächstes?"

kolumneWerner knallhart: Homo-Ehe: "Was droht uns als nächstes?"

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Für eine Ablehnung der Homo-Ehe gibt es keine vernünftigen Argumente. Dennoch versuchen Gegner der Gleichberechtigung, ihr persönliches Weltbild zum Gesetz zu erheben.

Kolumne von Marcus Werner

Die Feinde der Homo-Ehe haben ein Problem: Für ihre Ablehnung der Gleichberechtigung gibt es keine rationalen Argumente. Deshalb kommen ab jetzt die frechsten rhetorischen Tricks zum Einsatz.

Das Selbstbewusstsein der katholischen Kirche kennt keine Grenzen. Kaum wendet sich das erzkatholische Land Irland der Moderne zu und stimmt für die Gleichberechtigung der Menschen bei der Ehe, da bezeichnet es die Kirche als "Niederlage für die Menschheit". Nicht als "Niederlage für die katholische Kirche". Nein, die Kirche spricht für alle, egal welchen Glaubens.

Und das ist das Selbstvertrauen, das sich viele Gegner der Ehe für alle leisten: Ich will etwas nicht, deshalb dürfen es andere auch nicht. Zackbumm.

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Wie einfältig und gesellschaftsfeindlich diese Sichtweise ist, merkt man, wenn man dieses Denkmuster auf andere Situationen überträgt. Im Internet kursiert ein Spruch:

"Wenn Homosexuelle nicht heiraten dürfen, weil es deiner Religion widerspricht, dann darfst du auch keine Kekse essen. Denn ich bin gerade auf Diät."

Und zu Recht ist den Grünen ihr Veggie-Day im Bundestagswahlkampf um die Ohren geflogen. Motto: Ich mag kein Fleisch. Also iss du auch keins. Solch eine Bevormundung kommt bei vielen einfach nicht gut an.

Es gibt ein Land, da dürfen Autos nur noch weiß sein. Echt! Denn die Lieblingsfarbe des Präsidenten ist weiß. In Turkmenistan ist das. Autos in dunklen Farben wird die Inspektion verweigert. Der Import schwarzer Autos ist verboten. Das Argument von Präsident Berdimuhamedow ist letztlich das der Homo-Ehen-Gegner: ICH mag es nicht anders.

Was ging für ein Aufschrei durch Deutschland, als die selbsternannte Scharia-Polizei durch Wuppertal latschte und mitteleuropäisch sozialisierte Frauen ungefragt dafür rügte, zu aufreizend gekleidet zu sein. Der Aufschrei kam zurecht! Legt man die Homoehen-Gegner-Maßstäbe an, ist die Scharia-Polizei allerdings fein raus. Sie hat genauso versucht, anderen ihre Moralvorstellungen aufzustülpen. Ja, es stimmt: Mit dieser Moralvorstellung war die Scharia-Polizei in der Minderheit. Ihre Sicht entsprach nicht den Werten der Mehrheit und musste deshalb zurückstecken, wie es in der Demokratie üblich ist.

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Deutschland ist das Zugpferd Europas – wirtschaftlich. Gesellschaftspolitisch sind wir ein Totalausfall. Dank Hinterweltlertum aus Deutschlands Süden und einer Kanzlerin, die sich den Zirkus bieten lässt.

Schwule feiern das Referendum zur Homo-Ehe in Irland Quelle: AP

Das Gleiche gilt allerdings auch für die Homo-Ehen-Gegner. Sie sind nach Umfragen in Deutschland seit langem eindeutig in der Minderheit.

Also, wie hält man da als Diskriminierungs-Befürworter rhetorisch am besten noch die Fahne hoch? Dass man es irgendwie befremdlich, abstoßend, eklig findet, wenn sich zwei Männer im Standesamt küssen, kann man als Politiker ja schlecht öffentlich sagen. Selbst im bayrischen Bierzelt sind ja heute immer Leute mit Handykamera. Also muss man es verklausuliert formulieren. Aber wie?

Mittlerweile hat sich herumgesprochen: Das Kinder-haben-es-bei-zwei-Mamas-oder-zwei-Papas-schlechter-Argument lässt sich nicht durch eine einzige Studie belegen.

Nächstes Argument: "Die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes haben bei der Formulierung der Grundrechte bei der Ehe an Mann und Frau gedacht." Stimmt, die haben damals, Ende der Vierzigerjahre noch nicht an gleichgeschlechtige Ehen gedacht. Das war damals irgendwie nicht so wirklich Thema. Aber wer will denn eine Verfassung haben, die eine Gesellschaft darin behindert, sich zu mehr Freiheit, Gleichheit und gesellschaftlichen Frieden zu entwickeln? Ich bin mir sicher: So ein Grundgesetz haben seine Väter und Mütter nicht gewollt. Denn das wäre schädlich für Deutschland.

Eine moderne Verfassung macht den Wandel einer Gesellschaft mit. Das tut das Grundgesetz schon die ganze Zeit. Und da muss weder das Wort schwul, noch das Wort Smartphone, Internet, Energiewende oder Griechenlandkrise drinstehen.

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