Wirtschafts- gegen Verkehrsministerium: Regierung streitet um E-Auto-Quote für Deutschland

Wirtschafts- gegen Verkehrsministerium: Regierung streitet um E-Auto-Quote für Deutschland

, aktualisiert 07. August 2017, 12:55 Uhr
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In dem für die deutschen Autohersteller wichtigen Markt China steht die baldige Einführung einer E-Auto-Quote schon in wenigen Jahren an.

Quelle:Handelsblatt Online

Geht es nach dem Wirtschaftsministerium, soll es bald verbindliche Ziele für Elektro-Autos geben. Nur so könne Deutschland Automobilland Nummer 1 bleiben. Die Industrie und das Verkehrsministerium stellen sich aber quer.

BerlinDie Debatte über zu hohe Abgaswerte von traditionellen Verbrennungsmotoren gibt Überlegungen in Deutschland und der EU zu verbindlichen Zielen für E-Autos einen Schub. „Wir wollen, dass Deutschland auch in Zukunft das Automobilland Nummer 1 ist“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Themen wie Digitalisierung und neue Technologien bei Antrieben entschieden darüber, wer künftig an der Spitze stehen werde. „Deshalb sollten wir auch über ein verbindliches Ziel für den Hochlauf der Elektromobilität in Europa und damit auch in Deutschland sprechen“, sagte er. „Mobilität wird künftig neu gedacht, die ganze Autobranche steht daher vor einem großen Umbruch, den sie mit Innovationen meistern wird“, ergänzte er.

Der SPD-Politiker reagierte mit seinen Äußerungen auf Überlegungen der EU-Kommission über eine verbindliche Quote für emissionsarme Fahrzeuge wie Elektroautos in Europa ab 2025. Über diese Pläne hatte das Handelsblatt exklusiv berichtet. Eine konkrete Mindestabsatzquote könnte neben schärferen Grenzwerten für CO2 bereits Teil eines Maßnahmenpakets zur klimaschonenden Mobilität werden, das die Kommission Ende bis zum Jahresende vorlegen werde. Die deutschen Autohersteller lehnen eine solche Quote ab. „Wir halten derartige Verkaufsquoten grundsätzlich für den falschen Weg“, hieß es vom Branchenverband VDA.

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Das Bundesverkehrsministerium will nichts von der mittelfristigen Einführung einer Quote. „Ich kenne keinen Vorschlag zu einer Quote“, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Montag. Das Ministerium wollte sich nicht festlegen, welche Antriebsart die Zukunft prägen könnte. „Deshalb plädieren wir an dieser Stelle für Technologieoffenheit“, unterstrich der Sprecher. „Wir wollen, dass Deutschland ein Automobilland bleibt“, ergänzte er.

In dem für die deutschen Autohersteller wichtigen Markt China steht die baldige Einführung einer E-Auto-Quote schon in wenigen Jahren an. Bei den deutschen Autobauern lösten diese Pläne massive Sorgen aus. Inzwischen ist davon die Rede, dass die Quote 2019 gelten soll und damit ein Jahr später als zunächst geplant.

Quelle:  Handelsblatt Online
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