Wirtschaftsfonds Deutschland: Täglich 15 Anträge auf Staatsgeld - Seite 2

Wirtschaftsfonds Deutschland: Täglich 15 Anträge auf Staatsgeld

2

Erfolgreiche Konkurrenten haben das Nachsehen

Arcandors Vorstandschef Quelle: REUTERS
Arcandors Vorstandschef Karl-Gerhard Eick betont die volkswirtschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung seines Unternehmens Quelle: REUTERS

Ohne Immobilien- und Firmenverkäufe wäre auch die Bilanz von Arcandor tief in die Verlustzone eingetaucht. Arcandor-Chef Eick begründet die Bitten um Staatshilfe denn auch mit volkswirtschaftlichen Bedeutung Arcandors. Karstadt und Quelle seien integrale Bestandteile der Versorgungsstruktur in Deutschland und beschäftigten hierzulande 53.000 Mitarbeiter. Finanzvorstand Rüdiger Günther betont in der Pressemitteilung hingegen: „Das Unternehmen war vor der Wirtschafts- und Finanzkrise zu jeder Zeit in der Lage, die Neuausrichtung aus eigener Kraft zu bewältigen. Die Finanzkrise erschwert uns allerdings jetzt den Zugang zu neuen Krediten beziehungsweise die Verlängerung bestehender Kredite.“

Konkurrent Metro – der anders als der ehemalige KarstadtQuelle-Konzern seine Kaufhäuser längst erfolgreich restrukturiert hat, läuft gegen die Staatshilfen für den Konkurrenten bereits Sturm. Und auch in der Bevölkerung gibt es eine Mehrheit, die gegen die Rettung maroder Unternehmen mit Hilfe von Staatsmilliarden – und damit letztendlich dem Geld der Steuerzahler – votiert.

Milliarden für den Mittelstand

Insgesamt liegen dem Deutschlandfonds nach Angabe des Bundeswirtschaftsministeriums inzwischen Kreditanträge in einem Volumen von 4,4 Milliarden Euro vor, davon circa 1,9 Milliarden Euro aus dem Mittelstand und 2,5 Milliarden Euro von großen Unternehmen. Mehr als die Hälfte dieser Kredite ist jedoch nicht für Investitionen, sondern für die Finanzierung von Betriebsmitteln beantragt worden. Hinzu kommen noch knapp 20 Anträge auf Großbürgschaften.

Die Entscheidung über eine Bewilligung der Gelder trifft in Sonderfällen der Lenkungsausschuss des Deutschlandsfonds unter der Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums und unter Beteiligung verschiedener Ministerien. Ihm vorgelagert spricht der sogenannte Lenkungsrat eine Empfehlung aus. Er ist mit Wirtschaftsexperten und Managern besetzt.

Heute berät der Lenkungsrat zum Beispiel über den Antrag der Heidelberger Druckmaschinen. Das Unternehmen soll eine 500-Millionen-Euro-Bürgschaft beantragt habe. Heidelberger Druck leidet maßgeblich unter dem einbrechenden Werbemarkt – aber früher als Konkurrenten. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger will sich für das Unternehmen stark machen, weil es die besten Druckmaschinen weltweit herstelle. Die Wettbewerbsfähigkeit zog Oettinger bei seiner Äußerung jedoch nicht einmal in Zweifel. Erst vor einer Woche meldete Heidelberger Druck das dritte Verlustquartal in Folge, jeder vierte Mitarbeiter der knapp 20.000 Beschäftigten wird wohl gehen müssen. Diese Arbeitsplätze sind unabhängig von der Unterstützung des Deutschlandfonds schon verloren.

Zu diesem Artikel
3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.05.2009, 13:54 UhrAnonymer Benutzer: phoenix

    und wer spannt den Rettungsschirm für den kleinen bankkunden auf, der durch kriminelle Praktiken der bankmanager abgezockt und geschädigt wurde? Gibt es da auch spezielle Rettungsprogramme, wenn er finanziell nicht mehr weiter weiss? Oder darf der nur noch zahlen?

  • 17.05.2009, 03:27 UhrAnonymer Benutzer: Michel

    Alles Verschwörungstheorien. Dier Krise ist nur herbeigeredet. ich habe beschlossen, die Krise zu ignorieren. Deutschland wird gestärkt. Mehr Kapitalismus wagen!

  • 16.05.2009, 15:33 UhrAnonymer Benutzer: THE LONDON DAILY NEWS

    Diese Meldung ist viel wichtiger: bilderberger verhängen komplette Nachrichtensperre über ihr geheimes Treffen in Griechenland.

    "The London Daily News has been receiving dispatches from its Athens correspondent that armed security officials have maintained the secretive bilderberg Group session in an atmosphere of almost hysterical paranoia, to keep all media out.

    The bilderberg Group which meets in secret each year is the opportunity for the world?s most influential politicians and financiers to debate the "high political issues" of the day in total secrecy. Anyone who attended the London G-20 summit would have thought that this was the precursor for the bilderberg meeting in Athens.

    The media have been locked out of the meeting Athens, and a total blackout is operating in Greece, with local media in many cases not even covering the event."

    http://www.thelondondailynews.com/bilderberg-blackout-media-more-obsessed-with-hoggs-moat-costs-p-2912.html

    Und unsere Systempresse schützt diese globale Schatten- und Diktaturregierung durch Schweigen und Zensur!

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Alternativen gesucht
Alternativen gesucht

Der Euro wird mit jedem Tag mehr zum Verhängnis für Europa, wirtschaftlich wie politisch. Wann endlich werden...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.