Wirtschaftsforscher warnen: "Zündeln am Erfolg des Arbeitsmarktes"

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Ökonom Marcel Fratzscher

von Henning Krumrey

Führende Ökonomen warnen Regierung und Opposition davor, die durch die Agenda 2010 erreichte Flexibilisierung des Arbeitsmarktes rückgängig zu machen, wie sie es in ihren Wahlprogrammen versprechen.

Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sagte der WirtschaftsWoche: „Ich warne davor, die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wieder zurückzudrehen. Gerade in der Krise war diese Flexibilität besonders hilfreich.“ Zwar seien Mindestlöhne nicht generell falsch. „Aber man darf nicht vergessen, dass Lohnhöhe und Beschäftigung eng zusammenhängen“, mahnt Fratzscher. „Ich warne deshalb davor, Mindestlöhne zu schnell zu hoch einzuführen. Wichtig ist, dass sie branchenbezogen sind und vor allem die regionalen Unterschiede berücksichtigen.“

Auch Klaus Zimmermann, Direktor des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit, hält eine branchen- und regionenbezogene Untergrenze für „das kleinere Übel“ als einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, also einen Einheitstarif. „Wie stark der Mindestlohn schaden würde, wissen wir nicht. Aber weltweit wissen wir, dass er in den meisten Fällen Arbeitsplätze gekostet hat.“ Dass neben der Opposition inzwischen auch die Union Mindestlöhne einführen will, macht Zimmermann Sorge. „In neun von zehn Fällen läuft das, was die Politik machen will, in die falsche Richtung.“ Zimmermann fordert die Politik deshalb auf, mit Maßnahmen auf dem Arbeitsmarkt zu warten. „Im Ganzen läuft es doch gerade fürchterlich gut. Da sollte man erst mal abwarten. Was jetzt vorgeschlagen wird, ist ein Zündeln am Erfolg des Arbeitsmarktes.“

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