Wirtschaftskrise: Der Tag der Kurz-Arbeit

Wirtschaftskrise: Der Tag der Kurz-Arbeit

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Keine Aufträge, keine Arbeit: Der Schutzhelm wird im Moment nicht gebraucht.

Der 1. Mai ist kein Tag der Arbeit mehr. In diesem Jahr ist der 1. Mai ein Tag der Kurzarbeit. Noch nie mussten in Deutschland so viele Menschen zwangsweise kürzer treten. Viele Beschäftigte sind froh, wenn sie noch drei oder vier Tage pro Woche gebraucht werden.

Früher war der 1. Mai der Tag der Arbeit. Arbeitnehmer kämpften für ihre Rechte, sie forderten bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Noch auf der letztjährigen Mai-Kundgebung sprach der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Michael Sommer vom Ziel der Vollbeschäftigung. Das Motto der Kundgebung: „Gute Arbeit muss drin sein!“

Heute sind viele Arbeitnehmer glücklich, wenn überhaupt noch Arbeit drin ist. Der Traum von Vollbeschäftigung ist geplatzt. In diesem Jahr ist der 1. Mai der Tag der Kurzarbeit.

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In den ersten drei Monaten dieses Jahres haben rund 50.000 Unternehmen für 1,7 Millionen Beschäftigte Kurzarbeit beantragt. Das gab es noch nie. Im vergangenen Jahr gab es gerade einmal 60.000 Kurzarbeiter. Egal ob Daimler, Conti oder BASF - in Deutschlands Vorzeige-Unternehmen herrscht an vielen Tagen in der Woche in den Produktionshallen und auf den Bürofluren gähnende Leere. Keine Aufträge, keine Arbeit.

Der Staat hat Milliardenhilfen eingeplant

Um sich bei einem befürchteten Schrumpfen der Wirtschaft um bis zu sechs Prozent kein gigantisches Heer an unzufriedenen Arbeitslosen zu züchten, unterstützt die Bundesregierung die Kurzarbeit mit allen Mitteln. Seit Jahresbeginn fördert die Regierung die Kurzarbeit bis zu 18 statt wie bisher bis zu 6 Monate. Das Kurzarbeitergeld ersetzt einen Teil des Lohns, wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter aus konjunkturellen Gründen weniger arbeiten lassen. Überdies übernimmt der Staat die weiterhin vom Arbeitgeber zu tragenden Sozialversicherungsbeiträge zur Hälfte oder gar komplett, wenn sich die Mitarbeiter während der Kurzarbeit weiter qualifizieren.

Die Kosten für diese Maßnahmen sind immens: Der Staat gab dafür allein im März 173 Millionen Euro aus und damit dreimal so viel wie im Februar. Im Vormonat waren es 58 Millionen Euro, im Januar erst 28 Millionen Euro. Für das Jahr 2009 hat die Bundesagentur für Arbeit insgesamt 2,1 Milliarden Euro zur Förderung der Kurzarbeit veranschlagt. Aber auch wenn diese Grenze überschritten wird, wird die Pflichtleistung auf jeden Fall weiter ausgezahlt.

Der 1. Mai ist ein Feiertag. Auch alle Beschäftigen, die noch Vollzeit arbeiten, kommen so in den Genuss einer Vier-Tage-Woche. In diesem Jahr werden sie sich vielleicht freuen, danach wieder fünf Tage arbeiten zu dürfen.

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