Wirtschaftsregion NRW: Das industrielle Erbe ist eine Chance

KommentarWirtschaftsregion NRW: Das industrielle Erbe ist eine Chance

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Nordrhein-Westfalen will heute als Standort für Wissenschaft und Dienstleistungen wahrgenommen werden. Zum Beispiel beim Forschungszentrum in Jülich, wo ein solarthermisches Versuchskraftwerk steht, das einen höheren Wirkungsgrad erzielt als herkömmliche Solarkraftwerke.

Lange wurde Nordrhein-Westfalens Industrie nur eine geringe Zukunftsfähigkeit bescheinigt. In der Finanz- und Wirtschaftskrise war die breite industrielle Basis jedoch Treiber des Aufschwungs. Die Globalisierung und die wachsende Bedeutung der Schwellenländer versprechen weiteres Potenzial für die Wirtschaft.

Die nordrhein-westfälische Wirtschaft in Bildern: Das waren lange Zeit rauchende Schlote, später dann Staubwolken über Industrieruinen. Allmählich aber sind es rauchende Köpfe, die viele vor sich sehen. Der Niedergang der Montanindustrie zwang zum viel diskutierten Strukturwandel – hin zu einer stärker dienstleistungsorientierten Wirtschaft, einer wissensbasierten Ökonomie der kreativen Köpfe.

Und tatsächlich: Entfielen 1970 an Rhein und Ruhr noch 56 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf das produzierende Gewerbe, sind es heute nur noch 27 Prozent – die Wissensgesellschaft scheint in Sicht: Köpfchen statt Kohle, Schreibtische statt Schächte, Forschung statt Fördertürme. Die Frage aller Fragen in NRW lautet: Wann ist dieser Strukturwandel endlich abgeschlossen?

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Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstandes der Privatbank HSBC Trinkaus Quelle: dpa

Andreas Schmitz, Sprecher des Vorstandes der Privatbank HSBC Trinkaus

Bild: dpa

Bewährte Rezeptur

Dass der Strukturwandel in Gang gekommen ist, das ist heute Realität. Von einer reinen Wissensgesellschaft ist nicht nur NRW, sondern ganz Deutschland weit entfernt. Und es stellt sich die Frage, ob das Erreichen eines solchen Ziels wirklich so erstrebenswert ist.

Denn was für viele hierzulande den schalen Nachgeschmack des vergangenen Jahrhunderts hat, erscheint im Ausland als eine deutsche Rezeptur, die sich bewährt: eine Wirtschaftsstruktur, die auf die Stärke industrieller Produktion setzt. Während in Frankreich der Anteil des produzierenden Gewerbes an der Wirtschaftsleistung bei 19 Prozent liegt, ist er in Deutschland um rund die Hälfte höher – ein Grund für die schnelle wirtschaftliche Erholung nach der Krise.

Industrie auch in Zukunft gefragt

Trotz der unbestreitbar steigenden Bedeutung von Service und Wissen ist eine starke Industrie auch in Zukunft gefragt: Es ist die industrielle Basis, die eine Dienstleistungsgesellschaft trägt. In kaum einem anderen Bundesland haben unternehmensnahe Dienstleister wie IT- oder Beratungsunternehmen, Forschungsinstitute oder Ingenieurbüros eine solche Bedeutung wie in NRW – was wiederum die Industrie beflügelt. Kaum irgendwo sonst befruchten zudem die diversen Industriebranchen und Regionen einander so stark wie hier.

Das einwohnerstärkste Bundesland war schon immer deutlich mehr als nur das Ruhrgebiet. Man denke an das bergische Städtedreieck, Wuppertal – Solingen – Remscheid, eine der ältesten Industrieregionen Deutschlands. Oder an die Technologiekompetenz in Aachen, die Region Siegen, in der die Industrie fast die Hälfte aller Arbeitsplätze stellt.

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