Wulff-Affäre: Razzia bei Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker

Wulff-Affäre: Razzia bei Wulffs Ex-Sprecher Glaeseker

Quelle:dapd

Er war Wulffs rechte Medienhand. Dann entließ der Bundespräsident seinen Sprecher Olaf Glaeseker abrupt vor Weihnachten 2011. Jetzt durchsuchte die Staatsanwaltschaft Hannover dessen Geschäftsräume.

Die Wohn- und Geschäftsräume des ehemaligen Sprechers von Bundespräsident Christian Wulff, Olaf Glaeseker, sind durchsucht worden. Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft Hannover durchkämmten Beamte des Landeskriminalamtes am Donnerstag die Räume von Glaeseker sowie des Eventmanagers Manfred Schmidt in Wunstorf, Berlin und in der Schweiz, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mitteilte. Glaeseker und Schmidt werden Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung vorgeworfen.

Aufgrund von Medienberichten und Ermittlungen bestehe der Verdacht, dass Glaeseker in den Jahren 2007 bis 2009 die Durchführung und Finanzierung des von Schmidt organisierten Nord-Süd-Dialogs „gefällig gefördert“ habe, sagte die Staatsanwaltschaft. Bei den Durchsuchungen wurden Schriftstücke und Computerdateien gesichert, die nun ausgewertet werden sollen.

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Ein „Qualifizierter Anfangsverdacht“

Oberstaatsanwalt Lendeckel sprach auf dapd-Nachfrage am Donnerstag davon, dass seine Behörde inzwischen von einem „qualifizierten Anfangsverdacht“ gegen Glaeseker ausgehe. „Das ist ein bisschen mehr als nur ein Anfangsverdacht“, erklärte er. Glaeseker soll ab 2008 mit seiner Frau dreimal in Auslandsquartieren des Eventunternehmers Manfred Schmidt gratis Urlaub gemacht haben. Der 50-Jährige, der als enger Vertrauter von Wulff gilt, war damals Niedersachsens Regierungssprecher im Rang eines Staatssekretärs und hätte als Landesbediensteter teure Geschenke wie einen Gratisurlaub vermutlich nicht annehmen dürfen. Wulff hatte Glaeseker am 22. Dezember ohne Angabe von Gründen entlassen.

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In Niedersachsen war Olaf Glaeseker der Regierungssprecher Wulffs. Glaeseker folgte dem Bundespräsidenten nach Berlin. Dieser entließ schließlich Glaeseker im Zuge der Kredit-Affäre kurz vor Weihnachten 2011.

Bei den Durchsuchungen wurden Schriftstücke und Computerdateien gesichert, die nun ausgewertet werden sollen. Gesucht wurde explizit nach Aufzeichnungen zum Nord-Süd-Dialog, den Urlaubsaufenthalten sowie allgemein beruflichen und privaten Verbindungen der beiden Beschuldigten miteinander.

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Der „Nord-Süd-Dialog“ war eine privat organisierte Veranstaltungsreihe, bei denen sich niedersächsische und baden-württembergische Unternehmen präsentieren sollten. Die Schirmherrschaft hatten Wulff und der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Günter Oettinger (CDU) übernommen.

Quelle:  dapd
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