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ZDF talkt über sich selbst: Maybrit Illner geht den eigenen Chef an

von Christian Bartels Quelle: Handelsblatt Online

Ausgerechnet beim Rundfunkbeitrag und der „heiligen Kuh“ Thomas Gottschalk als Talkthemen zeigte sich ZDF-Moderatorin Maybrit Illner in Bestform – insbesondere ihrem Intendanten Thomas Bellut gegenüber.

Moderatorin Maybrit Illner sprach mit ihren Gästen über das Thema GEZ. Quelle: Carmen SauerbreiZDF/Carmen Sauerbrei
Moderatorin Maybrit Illner sprach mit ihren Gästen über das Thema GEZ. Quelle: Carmen SauerbreiZDF/Carmen Sauerbrei

Gegen Ende wirkte ZDF-Intendant Thomas Bellut derart verdattert, dass ihm sogar das Top-Argument zu entfallen schien, warum noch mal das ZDF mit einer gewaltigen, nicht offen genannten Summe den Privatsender Sat.1 bei den Rechten an der Fußball-Champions League überboten hatte. Maybrit Illner half gerne aus: damit auch junge Zuschauer ab und zu einschalten und sich dabei einprägen, wo auf ihrer Fernbedienung das Zweite zu finden ist.

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Diese Hilfe für einen Gast war kein Schaden, denn bis dahin hatte die blendend aufgelegte ZDF-Moderatorin ihrem Intendanten kräftig Contra gegeben und ihre Sendung zum Thema „Gebühren, Quoten, Qualität – Sind ZDF und ARD ihr Geld wert?“ zu einer weit überdurchschnittlich sehenswerten Talkshow gemacht. Sie hatte Bellut gefragt, wie Thomas Gottschalk beim ZDF den „Status einer heiligen Kuh“ bekommen konnte, warum sich ARD und ZDF bei der Übertragung von Fußball-Welt- und Europameisterschaften nicht einfach alle zwei Jahre abwechseln anstatt gemeinsam riesige Teams hinzuschicken, und wie viele Digitalkanäle das ZDF eigentlich benötigt, wenn inzwischen doch alles Fernsehen weitgehend digital verbreitet wird. Den SWR-Justitiar Hermann Eicher hatte mit taffen Nachfragen unter anderem zu der neuen Rundfunkgebührenpflicht auch für Behinderte derart verblüfft, dass diese ziemlich oft „mit Verlaub“ sagen musste, und dass „der Gesetzgeber“ es eben so gewollt habe.

„hart aber fair“ mit Moderator Frank Plasberg

Das WDR-Urgestein hat mit seiner seit 2001 laufenden Talkshow eine feste Fangemeinde. Nur acht Prozent der im Auftrag des „Focus“ vom Meinungsforschungsinstitut Emnid befragten Deutschen würden auf Plasberg verzichten wollen. Dafür setzt sich sein montäglicher Talk durch kurze Einspielfilme, die Zuschaueranwältin Brigitte Büscher und den unaufgeregten Stil von Plasberg auch zu deutlich ab.

Bild: dpa/picture alliance

Überhaupt war die Sendung gut besetzt (auch wenn der Jurist Ermano Geuer, der erste Kläger gegen die neue Rundfunkgebühr per Twitter bekundet hatte, dass auch er gern eingeladen worden wäre). „Handelsblatt“-Redakteur Hans-Peter Siebenhaar, durch sein Buch „Die Nimmersatten“ derzeit einer der bekanntesten Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, zeigte sich zahlenstark und brachte sowohl die über 150 privatwirtschaftlichen Tochterfirmen der Sendeanstalten wie auch seine Forderung, ARD und ZDF zu fusionieren aufs Tapet.

Christoph Keese, der „Außenminister“ des Springer-Konzerns, kritisierte die Programmgestaltung des Digitalkanals ZDF-Neo, lobte aber auch andere ZDF-Programme und ritt am Ende noch ein wenig sein Steckenpferd der „elektronischen Presse“, die ARD und ZDF seiner Ansicht nach im Internet veranstalten. Olaf Scholz, Erster Bürgermeister von Hamburg, hielt sich dermaßen zurück, dass man gar nichts von SPD-Wahlkampf spürte, dafür jedoch einen Eindruck von der „Staatsferne" erhielt, die zum Anspruch des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ja unbedingt zählt.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.01.2013, 17:54 Uhrsteigenberger

    Mann sollte Ross u. Reiter deutlich benennen :

    - Es war Kurt Beck, SPD, der als "Landesvater" des in Mainz
    ansässigen zdf diese "Zwangsgebühr" im Rundfunkrat durch-
    gedrückt hatte !

    - Olaf Scholz, auch SPD konnte da natürlich kein Kontra geben!

    - Es bleibt zu hoffen, dass freie Wähler u. Piraten einen Wahl-
    kampf gegen die Zwangsabgabe machen, hier sich viele Wähler-
    stimmen zu holen !! - die etablierten Parteien haben sich ja
    für die Abgabe - rechtlich fragwürdig! - festgelegt.

    - Als Spendenorganisationen könnten die "Rundfunkanstalten" ja
    kleiner dimensioniert weiter existieren u. sich mal dem rauhen
    Wind des Wettbewerbs aussetzen, der würde auch die Gehälter, die
    schon "Brüsseler Dimensionen" haben auf Normalmass reduzieren !!

  • 18.01.2013, 15:55 UhrRolf

    Rolf

    Städte und Gemeinden zahlen in Zukunft insgesamt wesentlich mehr Rundfunkbeitrag (siehe Deutscher Städte- und Gemeindebund).

    Gegen folgenden gravierenden Fehler bei der Erhebung des Rundfunkbeitrages muss vorgegangen werden:

    Es wird rechts- und verfassungswidrig vielseitig ein Mehrfachbeitrag erhoben!

    Jede Person kann nur einmal zeitgleich am Empfang teilnehmen.

    Personen in einer Betriebsstätte, im Hotel, im Mietfahrzeug, im Firmenfahrzeug und im Mehrfachwohnsitz haben bereits den Rundfunkbeitrag gezahlt.

    Hierzu wurden beim BVG (1 BvR 1700/12 und 1 BvR 2603/12) Verfassungsbeschwerden durch den Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN) eingereicht.

    Ein geringerer Beitrag auf die Person bezogen würde das Problem lösen und wäre gerecht!

  • 18.01.2013, 14:21 Uhrmathias

    -Sendeleistung Halbieren
    -Bund der Steuerzahler "Transparenz" bei Ausgaben

    Das sind NICHT die Kernprobleme dieser Abzocke

    VERHÄLTNIS öff.-rechtl.-Sender zu den Politikern

    Der Staat (will) hat hier Zwangsabgaben eingeführt,oder anders
    gesagt-
    ZWANGSSTEUER damit sich die Politiker Ihre Propagandasendezeit
    sichern können.

    NUR IN EINER DIKTATUR kann sich dies eine politische Partei
    erlauben. SPDCDUFDPGRÜNE sichern damit nur IHRE Sendezeit um
    Parteipropaganda-Mist verbreiten zu können.

    Wofür erhalten die Parteien Wahlkampfgelder aus Steuern
    wenn für die Verbreitung auch Zwangsabkassiert wird.

    Noch genauer zu sagen:
    EIGENWERBUNG der pol.-Parteien doppelt Zwangsfinanziert.

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