ZDH-Präsident Wollseifer: Rente mit 63 ist harter Schlag fürs Handwerk

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Hans Peter Wollseifer

von Christian Ramthun und Henning Krumrey

Mit scharfen Worten hat der neue Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer die Pläne der Bundesregierung zur Einführung der abschlagsfreien Rente mit 63 kritisiert.

„Das ist für mich ein klarer Fall von politischer Realitätsverweigerung“, kritisiert Wollseifer im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Aufgrund der demografischen Entwicklung sollten alle, die es können, bis zur Regelaltersgrenze arbeiten. Wir brauchen unsere älteren Mitarbeiter mit ihrer Erfahrung dringend.“ In seinem eigenen Betrieb in Hürth könnten zwei von acht Mitarbeitern bei der 63er-Rente gehen, so Wollseifer: „Das wäre ein harter Schlag.“

Das Argument, dass diejenigen abschlagsfrei in Rente gehen können, die 45 Jahre lang eingezahlt haben, lässt der ZDH-Präsident nicht gelten. „Eine Versicherung misst nicht die subjektive Lebensleistung, sondern hält sich an Versicherungsmathematik. Und die sagt: Wer mit 63 ohne Abschlag in Rente geht, tut dies zulasten aller Beitragszahler, die höhere Beiträge schlucken müssen, und aller Rentner, deren Einkommen niedriger ausfällt“, erklärt der Handwerkspräsident. „Es ist doch volkswirtschaftlich völliger Unsinn, alle für eine kleine Gruppe der Jahrgänge 1950 bis 1963 Milliarden aufbringen zu lassen, für eine Gruppe, die sogar bisher schon privilegiert mit 65 in Rente gehen darf.“

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Fachkräftemangel im Handwerk spitzt sich zu

Zudem verschärfe die Rente mit 63 noch den Fachkräftemangel. „Wir bekommen in der Tat in immer mehr Branchen Schwierigkeiten, die verfügbaren Arbeitsplätze zu besetzen“, so Wollseifer. „Im vorigen Jahr blieben dazu noch 15.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. In diesem Jahr sieht es noch schlechter aus, weil die Zahl der Schulabgänger sinkt.“ Auch die Bürger würden unter dem Fachkräftemangel leiden, so der ZDH-Präsident, „wenn die Wartezeiten für den Elektriker, den Tischler oder Installateur immer länger werden“.

Wollseifer hält den Drang der Jugendlichen an die Universitäten für unberechtigt. Die berufliche Bildung sei absolut gleichwertig mit der akademischen Bildung. Wollseifer: „Wir müssen uns vom Studium als allein selig machenden Weg verabschieden. Eine Überakademisierung ist schlecht für unser Land. Denn unser Land braucht eine handwerkliche Basis.“

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