Zentralrat der Muslime und AfD: Eklat bei Streitgespräch zwischen Mazyek und Petry

Zentralrat der Muslime und AfD: Eklat bei Streitgespräch zwischen Mazyek und Petry

, aktualisiert 23. Mai 2016, 16:30 Uhr
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Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat sich am Montag in Berlin zu einem Streitgespräch mit führenden Mitgliedern der AfD getroffen.

Das Treffen zwischen Petry und dem Islam-Verbandschef Mazyek hat zwar für viel Rummel gesorgt. Ein Ergebnis gibt es aber nicht. Beide gerieren sich als Hüter des Grundgesetzes.

Frauke Petry kommt in Begleitung eines Personenschützers. Als die AfD-Vorsitzende den kleinen Konferenzsaal in einem Berliner Hotel betritt, wartet die dreiköpfige Delegation des Zentralrats der Muslime in Deutschland schon. Sein Vorsitzender Aiman Mazyek schüttelt Petry die Hand. Dann wird die schwere Doppelflügeltür geschlossen. Medienvertreter sollen draußen bleiben.

Die Dramaturgie dieses Treffens, bei dem über die Rechte und Pflichten der in Deutschland lebenden Muslime gestritten wird, erinnert an einen Boxwettkampf. Bevor die Kontrahenten in den Ring steigen, wird der Gegner öffentlich provoziert. Dann erst beginnt der Schlagabtausch. Zwar fliegen bei der Begegnung zwischen Mazyek und Petry nicht die Fäuste. Doch verbal wird ganz schön ausgeteilt. Anders als beim Boxen gibt es aber keine Punktrichter. So kann sich jeder hinterher zum Sieger erklären.

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Mazyek stellt sich vor dem Saal den Fragen der Journalisten. Petry zieht mit ihrem Tross in das Foyer des Hotels. Mazyek sagt, das AfD-Programm erinnere ihn „an die dunkelsten Zeiten unserer alten Geschichte“. Petry sagt, Mazyek sei ihren konkreten Fragen zur Scharia und zu Ehen zwischen Christen und Muslimen ausgewichen. Parteivize Albrecht Glaser sekundiert: „Die Scharia gehört so zu dem Islam wie jede alte Glaubensregel.“ Hinterher legt Petry auf Facebook nach. Sie schreibt, die AfD habe Mazyek „eine Lektion zum 67. Geburtstag unseres Grundgesetzes erteilt“.

Und wer hat von dieser Begegnung letztlich profitiert? Das ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall haben Petry und Mazyek beide wieder einmal große Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Petry ist in der AfD-Spitze nicht unumstritten. Mazyeks Verband ist, was die Zahl der von ihm vertretenen Gemeinden angeht, eher ein Junior-Partner unter den deutschen Islam-Verbänden.

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Auch nach diesem Treffen dürfte die AfD wohl kaum von ihrem neuen Lieblingsthema „Islam“ lassen. Denn nichts wäre besser geeignet, um die weltanschaulichen Widersprüche in der Partei zu kitten. Denn die AfD teilt sich in einen Flügel frommer Christen - in dem Katholiken unterrepräsentiert sind - und einen Atheisten-Flügel, der besonders im Osten stark ist. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour kommentiert das Treffen im Kurznachrichtendienst Twitter: „Petry versucht, innere Zerrissenheit der AfD auf Kosten von Minderheiten zu überdecken.“

Die Begegnung in Berlin ist nicht das erste medienwirksam inszenierte Treffen der AfD-Spitze mit Vertretern muslimischer Gemeinden. Anfang des Monats hat sich der Co-Vorsitzende Jörg Meuthen schon in einer Moschee in Weil am Rhein zum Streitgespräch mit einem Vorstandsmitglied der islamischen Ahmadiyya-Gemeinschaft getroffen. Damals blieb der Ton bis zum Ende freundlich, auch wenn man in der Sache nicht wirklich zusammenfand.

Das Klima, das in diesen Tagen auf deutschen Straßen herrscht, ist dagegen nicht immer freundlich. Da ist die ältere Dame, die auf einer Restaurant-Terrasse am Wannsee einer jungen Frau mit Kopftuch und langem Mantel hinterher giftet: „Jetzt kommen die Vermummten auch schon hierher.“ Und der muslimische Familienvater, der mit Blick auf Hauptstädter beim Feierabendbier auf Arabisch schimpft: „Senkt Eure Häupter!“ Der „offene Dialog“ über Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt, den sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wünscht, sieht sicher anders aus.

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