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Energiepolitik: Union geht Röttgens Solarkürzung nicht weit genug

Quelle: Handelsblatt Online

Vertreter der Union möchten die Förderung der Solarenergie stärker als bisher angekündigt kappen. Eine Reduktion der Zulagen von bis zu 30 Prozent wäre möglich. Das Ergebnis der Förderung sei "verheerend", so Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs.

HB BERLIN. Dem Fraktionsvize und Wirtschaftsexperten der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, gehen die geplanten Kürzungen der Solarförderung nicht weit genug. "Ich halte eine Kürzung der Solarförderung von 15 Prozent nicht für ausreichend. Möglich und nötig ist eine Kappung der Subventionen von Sonnenenergie um 25 bis 30 Prozent", sagte Fuchs dem Handelsblatt. Ziel müsse es sein, zusätzliche Milliardenbelastungen für die Verbraucher und unsere Wirtschaft zu vermeiden. "Strom muss in Deutschland bezahlbar bleiben. Nur so bleiben wir wettbewerbsfähig", sagte Fuchs weiter.

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Gegen die Pläne von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), die Solarförderung zu Anfang April um 15 Prozent zu kappen, hatte jüngst die CSU-Landesgruppe protestiert. Unions-Fraktionsvize Fuchs will dagegen "die Übersubventionierung in diesem Bereich der erneuerbaren Energien so schnell wie möglich beenden".

Die Finanzhilfen wirkten wie ein süßes Gift, sie hätteen dazu geführt, dass die Solarindustrie sich auf dem technischen Stand ausruht und kaum noch Investitionen vorantreibt. "Das Ergebnis ist verheerend. Andere Länder, vor allem China, drohen Deutschland technologisch zu überholen. Mit einer Kürzung der Solarförderung zwingen wir die Unternehmen dazu, wieder wettbewerbsfähig zu werden. Deshalb führt daran kein Weg vorbei", sagte CDU-Wirtschaftsexperte Fuchs, der zugleich Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand der Unions-Fraktion ist.

Die Regierung müsse Anreize setzen, dass in möglichst vielen Bereichen der erneuerbaren Energien geforscht und investiert werde, betonte Fuchs. Eine überproportionale Förderung der Solartechnik sei nicht zielführend. So müsste noch viel mehr Geld in die Forschung von Speichertechnologien, gerade auch für Solarstrom, fließen. "Daran hat die Solarindustrie aber wegen der üppigen Subventionierung ihres Stroms bisher kein ausreichendes Interesse", kritisiert der CDU-Politiker.

Fuchs dringt darauf, dass die geplanten Kürzungen Anfang April unbedingt in Kraft treten müsen. "Für diejenigen, die bereits in Solaranlagen investiert haben, gilt natürlich der Bestandsschutz", sagte Fuchs. Künftig sollte die Bundesregierung zudem regelmäßig überprüfen, ob und wie weit die Solarförderung aufgrund schnell sinkender Modul- und Anlagenkosten weiter abgebaut werden muss.

Der neue energiepolitische Koordinator der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Thomas Bareiß (CDU) hat derweil ein starkes Mitspracherecht des Bundestages bei der Ausarbeitung des Energiekonzepts der Bundesregierung gefordert. "Wir Parlamentarier müssen für den Kompromiss später bei den Menschen geradestehen. Daher wollen wir bei der Ausarbeitung früh mit im Boot sitzen", sagt Bareiß dem Handelsblatt. Die Bundesregierung will ihr Energiekonzept, bei dem unter anderem die Restlaufzeiten für die deutschen Kernkraftwerke festgelegt werden, im Oktober vorstellen.

Die Einschätzung von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), der die Akzeptanz der Atomkraft in Deutschland auch nach Jahrzehnten der Nutzung noch immer kritisch beurteilt, teile er nicht, sagte Bareiß. "Das würde ich so nicht unterschreiben", sagte der CDU-Politiker. Mit Argumenten wie Strompreis und Versorgungssicherheit könne man die Menschen sehr wohl vom Sinn einer begrenzten Laufzeitverlängerung überzeugen, sagte Bareiß dem Handelsblatt.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 28.01.2010, 13:39 UhrAnonymer Benutzer: Helmut

    1 oder 2 EURO pro Jahr bezahlt jeder Stromkunde derzeit für Photovoltaik. Weder RWE, noch EON, ENbW und Vattenfall werden die Stromkosten um die paarmarkachtzig senken. Sie werden weiter erhöhen.
    Die schon durch den unrealistischen Preisverfall für PV-Anlagen angeschlagenen Unternehmen werden reihenweise Pleite machen.
    Zigtausende Arbeitsplätze werden wieder verschwinden. Die Sozialausgaben werden steigen und die Steuereinnahmen werden sinken. Die Gewinne der großen Energiekonzerne werden durch die Decke gehen, die Abhängigkeit von der Stromlobby macht die Kunden zu Doofies und Melkkühen. Ganz abgesehen von der Umwelt und unseren Nachkommen, bezogen auf Dreck, den man in die Luft bläst, die Fässer radioaktiven Mülls, die man vor sich hin strahlen lässt.
    Die Typen da oben sind entweder strohdoof oder sehr hinterhältig.

  • 28.01.2010, 13:28 UhrAnonymer Benutzer: nicolo

    Jetzt wird es langsam lächerlich! Alle Handwerksbetriebe sollten Herrn Fuchs für seinen "Einsatz" mal die rote Karte zeigen. Den Mittelstand fördert er mit seinem Vorschlag sicher nicht. Und den Strompreis senkt er damit auch nicht. Ein Vorschlag in die richtige Richtung wäre, wie von Hr. brüderle zumindest theoretisch angedacht, die Zerschlagung der Stromkonzerne. Aber hier hat Hr. Fuchs natürlich "bedenken". So wünscht man sich doch einen Mittelstandsvertreter, nicht wahr?!

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