25 Jahre Nachbarschaftsvertrag: Merkel lobt deutsch-polnische Beziehungen

25 Jahre Nachbarschaftsvertrag: Merkel lobt deutsch-polnische Beziehungen

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Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßt den polnischen Präsidenten Andrzej Duda.

Zwischen Berlin und Warschau ist die Stimmung angespannt - nicht nur wegen Streits über die Flüchtlingspolitik in Europa. Zum Jubiläum des Partnerschaftsvertrags betonen beide Seiten aber das Gemeinsame.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ungeachtet aktueller Unstimmigkeiten die enge deutsch-polnische Verbundenheit hervorgehoben. „Weil wir gute Nachbarn und sogar Freunde sind, ist das auch die Möglichkeit, wenn man einmal unterschiedlicher Meinung ist, Wege zu finden, sich darüber auszutauschen“, sagte Merkel vor einem Gespräch mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda am Freitag in Berlin.

Anlässlich des 25. Jahrestags des Nachbarschaftsvertrags beider Länder bezeichnete Merkel die Beziehungen als „eine wirkliche Erfolgsgeschichte“. Dies sei alles andere als selbstverständlich und mache sie dankbar und angesichts der Geschichte auch demütig.

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Duda würdigte den Vertrag als Vorbild für andere Länder. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten sich die Bevölkerungen Deutschlands und Polens gegenseitig vergeben. Zugleich gebe es „wie in einer guten alten Ehe“ auch strittige Fragen. Wenn man füreinander Sympathie und eine wohlwollende Haltung habe und zusammenbleiben wolle, gelinge es aber, Lösungen zu finden.

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Die Angriffe der polnischen Regierung auf die Pressefreiheit, Demokratie und Justiz erschüttern die Europäische Union. Brüssel beginnt nun eine umfassende Prüfung. Gelten im Nachbarland etwa europäische Werte nicht mehr?

Kulturkampf in Europa: Gelten in Polen europäische Werte nicht mehr? Quelle: dpa Picture-Alliance

Merkel und Duda wollten mit Blick auf den Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau unter anderem über Sicherheitsfragen sprechen. Der Präsident bezeichnete Deutschland und Polen „als wichtiges Fundament für die Europäische Union“, die derzeit aber von Krisen geplagt sei. „Wichtig ist, dass wir diese Krisen gemeinsam bewerkstelligen, dass wir nach Lösungen suchen, die akzeptabel sind für alle“, sagte er.

Zwischen den Polen und Deutschland gibt es unter anderem Differenzen in der europäischen Flüchtlingspolitik. Die EU und die nationalkonservativen Warschauer Regierung streiten zudem über die Justizreform und die Medienpolitik in Polen. Darin sehen EU-Menschenrechtsexperten eine Erosion des Rechtsstaats.

Wissenswertes über Polen

  • Für Gäste nur das Beste

    Nicht selten kommt es in Polen vor, dass zum gemeinsamen Abendessen auch mal ein Wodka serviert wird. Aber keine Sorge, wer als Ausländer nicht gerne starken Alkohol trinken möchte, kann auch zu einem Bier greifen. Das gibt es in Polen in allen Varianten und Geschmacksrichtungen, zum Beispiel gemixt mit süßem Sirup.

  • Gibt es in Polen Bären?

    Nicht nur die. In dem osteuropäischen Land gibt es EU-weit die meisten verschiedenen Pflanzen- und Tierarten, die aus anderen Teilen Europas zum Teil schon lange verdrängt wurden. Nicht nur der Braunbär und der Wolf sagen sich hier gute Nacht, sondern auch der Luchs, der Elch, der Biber und das Wisent.

  • Ich küsse Ihre Hand, Madame

    Auch wenn es langsam aus der Mode kommt: Der Handkuss ist in Polen eine weit verbreitete Begrüßung für die Damen. Selbst eingefleischte Vertreter der Emanzipation werden bei dieser altmodischen Geste nicht protestieren, sondern den Handkuss in bester Manier graziös und mit der Handinnenseite zum Boden entgegennehmen.

  • Polnische Sprache - schwere Sprache

    Kaum eine Sprache ist so kompliziert wie die polnische. Allein die Aussprache des Worts "czesc" (hallo) birgt so seine Tücken. Wer fröhlich seine Arbeitskollegen grüßen will, könnte bei falscher Aussprache Verwirrung hervorrufen. Denn anders ausgesprochen bedeutet das Wort "sechs". Kein Wunder, dass Polen ausländische Besucher gerne aufziehen.

  • Verrückter Hund

    In Polen steppt der Bär und der Hund wird verrückt. "Wscikle pies", der verrückte Hund, nennt sich ein beliebter Shot in Polen. Er besteht aus Vodka, Himbeersirup und - tatsächlich - Tabasco. Da spielt nicht nur der Gaumen erst einmal verrückt, sondern schnell auch der Kopf.

  • Weltmeister des Staus

    In Polen gibt es weniger Auto als im Westen. Um jedoch in allen größeren Städten gigantische Staus zu verursachen, reichen sie aber allemal. Deshalb sollte man für Fahrten in polnischen Innenstädten lieber viel Zeit mitbringen. Das Problem wird dadurch noch verstärkt, dass jeder Lkw, der zwischen Ost- und Westeuropa verkehrt, durch Polen fährt.

  • Welche Polen sind weltbekannt?

    Papst Johannes Paul II ist der wohl berühmteste Pole. Der Begründer der modernen Astronomie, Nikolaus Kopernikus, ist jedem ein Begriff, genauso wie die Chemikerin Marie Curie, die das radioaktive Element Radium entdeckte. Auch kulturell kann Polen mit Berühmtheiten aufwarten: der romantische Komponist Frédéric Chopin, der Science-Fiction Autor Stanislaw Lem, sowie der Regisseur und Oscar-Preisträger Roman Polanski stammen aus Polen.

Vor 25 Jahren, am 17. Juni 1991, hatten Deutschland und Polen einen Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet. Er gilt als Basis für Annäherung und Versöhnung nach dem Kalten Krieg. Am Freitagnachmittag wollte Duda Bundespräsident Joachim Gauck in Warschau zu weiteren Feierlichkeiten empfangen. Beide Staatsoberhäupter hatten sich bereits am Donnerstag in Berlin getroffen.

Görlachs Gedanken Noch ist Polen nicht verloren

Alle schauen auf den fürchterlichen Freund Erdogan, dabei liegt eine akute Bedrohung viel näher: Der autoritäre Kurs der neuen polnischen Regierung wird zum Wirtschaftsnachteil für Europa und Deutschland.

Noch ist Polen nicht verloren. Quelle: dpa

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, kritisierte die Haltung der Deutschen zu Polen als nachlässig und überheblich. „Wir müssen uns viel mehr anstrengen, damit die Freundschaft zwischen Deutschland und Polen lebendiger wird“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ziemiak wurde 1985 in Polen geboren. Als er drei war, zogen seine Eltern mit ihm nach Iserlohn. Deutsche Politiker stünden oft mit erhobenen Zeigefinger da, beklagte Ziemiak. Mit der polnischen Regierung sollte man aber lieber ein offenes Wort sprechen und kritisch nachfragen.

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