A400M-Absturz: Spanien stoppt Testflüge mit dem Airbus-Flieger

A400M-Absturz: Spanien stoppt Testflüge mit dem Airbus-Flieger

, aktualisiert 12. Mai 2015, 19:52 Uhr
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Ein A400M Transportflugzeug der Luftwaffe im Landeanflug.

Nach dem Absturz eines Militärtransporters A400M hat Spanien die Testflüge mit Maschinen dieses Typs vorerst gestoppt. Bei dem Absturz wurden vier Menschen getötet.

Spanien hat ein vorübergehendes Flugverbot für die Airbus-Militärtransporter des Typs A400M verhängt, die sich derzeit in der Produktion befinden. Die Maschinen müssten am Boden bleiben, bis die Ursache für den Absturz eines A400M bei Sevilla geklärt sei, sagte Verteidigungsminister Pedro Morenes am Dienstag. "Es ergibt keinen Sinn, dass wir Flugzeuge fliegen lassen, die derzeit in der Produktionsphase stecken und getestet werden, solange wir nicht wissen, was wirklich geschehen ist", erklärte er.

Die firmeneigene Testflotte von Airbus sei dagegen von dem Verbot nicht betroffen, sagte ein Sprecher der Rüstungssparte Airbus Defence & Space. Die drei A400M dürften weiter starten, auch der für Dienstag Nachmittag geplante Testflug von Toulouse nach Sevilla fand statt – ohne weitere Zwischenfälle.

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A400M-Absturz Der Fluch der Triebwerke

Nach dem Absturz eines A400M in Spanien laufen die Ermittlungen. Erste Berichte deuten auf Probleme mit den Triebwerken der Maschine hin. Die bereiten den Konstrukteuren seit Anbeginn Probleme.

Ein A400M des Herstellers Airbus. Quelle: dpa

Damit will Airbus der Vertrauenskrise entgegen wirken. Nach dem Absturz am Samstag, bei dem vier Menschen getötet worden, hatten Deutschland, Großbritannien, Malaysia und die Türkei bereits den Flugbetrieb mit dem A400M ausgesetzt.

"Ich werde persönlich als Testingenieur an Bord sein, wir glauben an das Flugzeug", sagte der Chef der Militärflugzeug-Sparte, Fernando Alonso, zuvor. Er war erst im Januar zum Spartenchef aufgestiegen, als sein Vorgänger nach einer neuerlichen Pannenserie bei Europas größtem Rüstungsprojekt zurücktreten musste.

Die Fortsetzung der Probeflüge ist auch für Airbus-Chef Tom Enders ein Signal nach außen. Airbus wolle seinen Luftwaffen-Kundendemonstrieren, dass das Unternehmen diesem Flugzeug voll vertraue und so entschlossen wie eh und je hinter dem Programm stehe, schrieb Enders in einem Brief an seine Mitarbeiter.

Airbus-Mitarbeiter sehen Triebwerkschäden als Ursache

Aufklärung über das Unglück soll die Auswertung der beiden am Sonntag gefundenen Flugschreiber bringen. Erste Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Triebwerkschäden den Absturz des Militärtransporters verursacht haben könnten.

Technische Daten zum A400M

  • Länge

    45,1 Meter

  • Flügelspannweite

    42,4 Meter

  • Höhe

    14,7 Meter

  • Leergewicht

    76,5 Tonnen

  • Nutzlast

    37 Tonnen für 116 Passagiere oder 66 Krankenliegen oder ein gepanzertes Fahrzeug

  • Benzintank

    50,5 Tonnen

  • Geschwindigkeit

    780 Stundenkilometer

  • Reichweite

    4500 Kilometer mit 30 Tonnen Zuladung oder 8700 Kilometer leer

Einer der beiden überlebenden Airbus-Mitarbeiter habe den spanischen Behörden davon berichtet. Das wurde nach Informationen des Nachrichtenportals „Spiegel online“ am Sonntag am Rande eines Treffens der Verteidigungsminister Frankreichs, Deutschlands und Spaniens bekannt.

Mit Kosten von 20 Milliarden Euro ist der A400M das größte europäische Rüstungsprojekt. Bisher hat Airbus zwölf von 174 verkauften Maschinen ausgeliefert. Probleme bei der Entwicklung der Triebwerke trugen zu den massiven Kostensteigerungen bei und verzögerten das Programm.

Für die Entwicklung des Transporters hatten sich Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Belgien, die Türkei und Luxemburg zusammengetan. Die Bundeswehr erhielt ihren ersten A400M kurz vor Weihnachten mit vier Jahren Verspätung. Malaysia ist der einzige Exportkunde.

Absturz dürfte Exportchancen schmälern

Der Absturz der Maschine schürt bei Analysten Sorgen mit Blick auf die Auslieferung und die langfristigen Ausfuhrchancen des Flugzeuges. "Airbus kann sich schlecht weitere Verzögerungen leisten", erklärte die Hamburger Privatbank Berenberg. Auf längere Sicht werde der Absturz fast sicher die Exportaussichten des Flugzeugs schmälern - und damit die einzige Möglichkeit, wie das Programm dem Hersteller Airbus je Profit bescheren kann.
Die Auswirkungen des Unglücks auf die Lieferplanung für die Bundeswehr lassen sich laut Verteidigungsministerium noch nicht abschätzen. Kürzlich hatte Airbus der Luftwaffe zwei bis vier weitere Maschinen für 2015 zugesagt.

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