Aareal Bank : „Bad Bank“ verkauft Westimmo für 350 Millionen Euro

Aareal Bank : „Bad Bank“ verkauft Westimmo für 350 Millionen Euro

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Rekordgewinne für die Aareal Bank

Die „Bad Bank“ wickelt Schritt für Schritt die WestLB ab. Jetzt bekommt die Mainzer Tochter Westimmo einen neuen Eigentümer, die Immobilienfinanzierer Aareal Bank.

Die „Bad Bank“ für WestLB-Aktivitäten kommt bei der Abwicklung der zerschlagenen Landesbank Nordrhein-Westfalens einen großen Schritt voran: Die Aareal Bank übernimmt für 350 Millionen Euro die Westdeutsche Immobilienbank von der Ersten Abwicklungsanstalt, wie die „Bad Bank“ offiziell heißt. Das teilten beide Seiten am Sonntag in Düsseldorf und Wiesbaden mit.

„Die Transaktion beschleunigt den Abbau von Risiken erheblich. Das ist eine gute Nachricht für unsere öffentlichen Garantiegeber und damit letztlich für den Steuerzahler“, erklärte Matthias Wargers, Vorstandssprecher der „Bad Bank“. Auch der Verkaufszeitpunkt sei günstig: Die Westimmo mit Sitz in Mainz habe zwar zuletzt beachtliche Überschüsse erzielt, dürfe als „Bad Bank“-Tochter aber kein Neugeschäft machen.

WestLB: Von der „Hülfskasse“ zur Zerschlagung

  • Die Westdeutsche Landesbank hat eine lange und wechselhafte Geschichte. Das Institut geht zurück auf die Gründung der „Westfälischen Provinzial Hülfskasse“ vor 179 Jahren und deren Pendant im Rheinland.

  • 1832

    Die Westfälische Provinzial-Hülfskasse nimmt in Münster ihre Tätigkeit auf. Gut 20 Jahre danach startet ihr Pendant im Rheinland

  • 1954

    Das Land NRW wird Anteilseigner beider Landesbanken

  • 1969

    Aus der Fusion beider Landesbanken entsteht die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB)

  • 1973

    Durch Devisenspekulationen verzockt die WestLB fast ihren gesamten Jahresgewinn.

  • 1981

    Friedel Neuber wird Bankchef und leitet über zwei Jahrzehnte die Geschicke des Bankkonzerns. Unter seiner Führung wird die WestLB zu einem der einflussreichsten Kreditinstitute in Deutschland und zu einem Instrument der Industriepolitik für die NRW-Regierung

  • 1998

    Die Rubelkrise und der Zusammenbruch des russischen Anleihemarkts brockt der WestLB einen Milliardenverlust ein.

  • 1999

    Die WestLB soll an das Land auf Geheiß der EU eine illegale Beihilfe über 808 Millionen Euro zurückzahlen. Ein jahrelanger Rechtsstreit folgt.

  • 2002

    Die WestLB wird auf EU-Druck aufgespalten in die WestLB AG für kommerzielle Geschäfte und die NRW.Bank für das Fördergeschäft

  • 2003

    Die WestLB erlebt mit Fehlinvestitionen unter anderem beim britischen Fernsehverleiher Boxclever ein Fiasko. Die Bank verbucht Milliardenverluste

  • 2004

    Wegen unerlaubter Beihilfen des Landes NRW muss die WestLB auf Druck der EU 1,4 Milliarden Euro zurückzahlen. Bei der WestLB entsteht ein Verlust von 1,2 Milliarden.

  • 2005

    Am 19. Juli beginnt für die Landesbanken eine neue Ära: Die Staatsgarantien fallen weg. Nach einer Kapitalerhöhung sind die beiden Sparkassenverbände im Rheinland und Westfalen mit insgesamt 51 Prozent Mehrheitseigentümer der WestLB

  • 2007

    Händler der WestLB setzen 600 Millionen Euro in den Sand. Chef Thomas Fischer tritt zurück. Nachfolger wird Alexander Stuhlmann von der HSH Nordbank. Die EU gibt grünes Licht für eine staatliche Kapitalspritze über 6,2
    Milliarden Euro, die die Bank zur Aufspaltung in die NRW-Bank und die WestLB braucht.

  • 2008

    In einer Rettungsaktion geben die Eigentümer fünf Milliarden Euro Garantien für faule Papiere

  • 2009

    Harte EU-Auflagen: Die WestLB muss um die Hälfte verkleinert werden und bis Ende 2011 mehrheitlich in neue Hände kommen

  • 2010

    Der Bund steigt in die WestLB mit einer Kapitalspritze von drei Milliarden Euro ein. Damit wird die Auslagerung von risikoreichen und nicht mehr zum Kerngeschäft gehörenden Papieren in eine „Bad Bank“ möglich.

  • 2011

    Bund, Land und Sparkassen beschließen das Konzept für die Zerschlagung der WestLB. Die EU-Kommission besiegelt das Ende.

  • 2012

    Nach zähen Verhandlungen wird die Bank zum Stichtag 30. Juni zerlegt: Das Sparkassengeschäft fließt ins Schwesterinstitut Helaba. Nicht verkäufliche Geschäfte werden in die „Bad Bank“ verschoben. Die restliche WestLB wird zur Servicegesellschaft „Portigon“ umgewandelt.

Das Unternehmen arbeite aber profitabel, erklärte die Aareal Bank. Sie verfüge „über eine funktionsfähige internationale Bankplattform sowie über Mitarbeiter mit großer internationaler Expertise im Immobilienfinanzierungsgeschäft“. Das Geschäft solle noch im ersten Halbjahr abgeschlossen werden. Voraussetzung dafür sei die Zustimmung der deutschen Finanzaufsicht Bafin, der Europäischen Zentralbank sowie der Kartellbehörden. Die Aareal Bank rechnet im Zuge der Übernahme mit einem Einmalertrag von etwa 150 Millionen Euro zum Abschluss der Transaktion, wie es hieß.

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Immobilienpreise in Europa

  • Zur Erhebung

    Nachfolgend die 15 teuersten Länder in Bezug auf den Immobilienpreis in Euro pro Quadratmeter. Die Preisangaben speisen sich aus Immobilienanzeigen für hochwertig ausgestattete Wohnungen mit ca. 120 Quadratmetern Wohnfläche in zentralen Lagen der Großstädte. Ausgelassen wurden die Zwergenstaaten Andorra (3868 Euro pro Quadratmeter), Luxembourg (5669 Euro) und Monaco, (44.552 Euro).


    Quelle: globalpropertyguide.com

  • Platz 15: Türkei

    Durchschnittlicher Preis: 2855 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 14: Tschechien

    Durchschnittlicher Preis: 3384 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 13: Spanien

    Durchschnittlicher Preis: 3442 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 12: Deutschland

    Durchschnittlicher Preis: 4078 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 11: Irland

    Durchschnittlicher Preis: 4156 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 10: Dänemark

    Durchschnittlicher Preis: 4279 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 9: Niederlande

    Durchschnittlicher Preis: 4907 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 8: Österreich

    Durchschnittlicher Preis: 5009 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 7: Italien

    Durchschnittlicher Preis: 5930 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 6: Finnland

    Durchschnittlicher Preis: 6214 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 5: Schweden

    Durchschnittlicher Preis: 6991 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 4: Schweiz

    Durchschnittlicher Preis: 11.306 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 3: Russland

    Durchschnittlicher Preis: 11.866 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 2: Frankreich

    Durchschnittlicher Preis: 13.639 Euro pro Quadratmeter

  • Platz 1: Großbritannien

    Durchschnittlicher Preis: 3442 Euro pro Quadratmeter

Nach Darstellung von Wargers beläuft sich die Gesamtsumme der Kapitalrückflüsse und Erträge aus der Beteiligung an der Westimmo - von der Übernahme bis einschließlich Verkauf - für die „Bad Bank“ auf deutlich mehr als 800 Millionen Euro. „Dieser Betrag übersteigt bei weitem den Buchwert zum Übernahmezeitpunkt im Jahr 2012.“

weitere Artikel

Mit dem Westimmo-Verkauf reduziere sich bei der „Bad Bank“ der Bestand an Krediten und Wertpapieren gegenüber Ende 2014 um rund zehn Milliarden Euro. Das seien etwa 20 Prozent der noch vorhandenen Bestände im Bankbuch der Ersten Abwicklungsanstalt. Die Westimmo, die 280 Mitarbeiter Mitte 2014 hatte, ist auf gewerbliche Immobilien- Finanzierungen spezialisiert. Sie gehörte zur WestLB, die in der Finanzkrise in Schieflage geriet und Mitte 2012 zerschlagen wurde.

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