Absetzbewegungen: Die Ersten wenden sich vom Euro ab

17. Dezember 2012
Euro-Münze Quelle: dapdBild vergrößern
Während in Berlin für den Euro gekämpft wird, denken andere Länder an den Austritt Quelle: dapd
von Frank Doll

Während in Berlin mit Scheuklappen um den Fortbestand des Euro gekämpft wird, beginnen andere EU-Länder, sich mehr oder weniger offen von der Gemeinschaftswährung abzuwenden.

Einen Austritt aus der Europäischen Währungsunion hatten ihre Gründerväter nicht vorgesehen. Ein Mitgliedsland kann die Euro-Zone nur verlassen, wenn es gleichzeitig aus der Europäischen Union (EU) austritt - ein politisch sehr hoher Preis für einen währungspolitischen Fehltritt. Ende November forderte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte eine Art Euro-Notausgang durch die Einführung einer Exit-Klausel in den EU-Verträgen. Die Holländer bekommen es offensichtlich mit der Angst zu tun. Verständlich!

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Gar nicht erst rein in die Währungsunion wollen inzwischen die Schweden. 1994 votierten in einem Referendum noch 52 Prozent für einen Beitritt. 2003, als es ernst werden sollte, war die Mehrheit dagegen. Glück gehabt! Inzwischen liegt die Ablehnungsquote bei 82 Prozent.

Schweden suchen das Weite

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Auch mit Blick auf die Bankenunion beweisen die Schweden einen guten Riecher. Während Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble via Bankenaufsicht und anschließender Bankenunion nach den Bundestagswahlen das nächste große Fass für Südeuropa aufmachen will, winkte sein schwedischer Amtskollege Anders Borg auf dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche dankend ab. Borg gilt als fähigster EU-Finanzminister und hat offenbar mitbekommen, dass die Schulden der Banken im Euroraum dreimal so hoch sind wie die Staatsschulden aller Euroländer zusammen. Wer kann, sucht da lieber das Weite oder gibt Hilfsleistungen, wie die Finnen, nur gegen Pfand.

Aber nicht nur die Absetzbewegung der bonitätsstarken Skandinavier erhöht die Euro-Risiken für Deutschland beträchtlich. Deutschland wird beim 700 Milliarden schweren Rettungsschirm ESM jetzt gleich von zwei Seiten in die Zange genommen – bei der Finanzierung und bei der Mittelverwendung. 

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Auf dem EU-Gipfel zeichnete sich ab, dass gefährdete Banken schon vor der im März 2014 geplanten Einführung einer gemeinsamen Bankenaufsicht am Staatsbudget ihres Heimatlandes vorbei an Gelder des ESM kommen können. Staaten wie Griechenland und Spanien hafteten dann aber nicht für die Kredite, die der ESM vergibt. Für den deutschen Steuerzahler wäre das die Maximalkatastrophe. Denn die Finanzierung des ESM müsste immer mehr von Deutschland getragen werden.

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Kommentare | 40Alle Kommentare
  • 08.03.2013, 11:05 Uhrbonafide

    Das Euro-Desaster wird schlimm enden; Deutschland muss bitter büßen für eine verantwortungslose Finanzpolitk die zuerst gegen deutsche Bürger, Malocher mithin Rentner gerichtet ist. Das Merkel-Regime handelt mit Vorsatz. Es ist zu hoffen, dass den Akteuren alsbald der Prozess gemacht wird. Anklagepunkt: Verbrechen an Volk und Vaterland.

  • 19.12.2012, 10:15 UhrPequod

    Am verläßlichsten waren die Aussagen des ''Währungskom-
    missars'' Olli Rehn immer dann wenn es um die eigenen Vorteile
    ging, wie z.b. der Ausbau seines Finanzpalastes für 250 Millionen
    Euros!

  • 19.12.2012, 06:18 UhrSilverager

    Ich hab gelesen, der sei längst nach Belgien ausgewandert, in ein kleines Dorf nahe der französischen Grenze.

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