Alpha Bank und Eurobank: Zwei griechische Banken beantragen Liquiditätshilfe

Alpha Bank und Eurobank: Zwei griechische Banken beantragen Liquiditätshilfe

Zwei griechische Banken brauchen eine Finanzspritze der Notenbank. Sie wollen deren Notfallfonds anzapfen. Der Schritt der Institute ist ein Zeichen, dass sie vor der Parlamentswahl schlecht an frisches Geld kommen.

Zwei griechische Banken wollen Insidern zufolge wegen ihrer angespannten Liquiditätslage den Notfallfonds der griechischen Zentralbank anzapfen. Bei den Instituten handele es sich um die Alpha Bank und die Eurobank erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Athen. Der Zeitung "Kathemerini" zufolge benötigen die Institute mehr als fünf Milliarden Euro. Vor der Parlamentswahl am 25. Januar leiden die Banken unter Kapitalabflüssen. Die Kurse griechischer Anleihen sackten nach den Berichten ab, auch die Börse gab deutlich nach.

In Umfragen liegt derzeit die linke Oppositionspartei Syriza vorn. Sie will nach einem Wahlsieg das Land zwar in der Euro-Zone halten, die Reformvereinbarungen mit den internationalen Gläubigern des hoch verschuldeten Euro-Staates aber kippen. Seit der Ankündigung der vorgezogenen Neuwahl zögen Investoren Geld aus dem Land ab, sagten Insider griechischer Banken zu Reuters.

Anzeige

Griechenlands Schwächen

  • Schlechtes Image

    Griechenlands Ruf hat in der Euro-Krise arg gelitten. Nur zwei der 60 getesteten Staaten haben ein schlechteres Image als der Pleitestaat. Die Folge: Investoren meiden das Land, die Kreditwürdigkeit ist mies.

  • Unfähige Regierung

    Nur 5,7 Prozent der gefragten Experten bescheinigten Griechenland, eine kompetente Regierung zu haben. In der Tat hat es Athen nicht geschafft, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (Rang 60), für Wachstum zu sorgen (Rang 60) und die öffentlichen Finanzen auf Vordermann zu bringen.

  • Wenig Förderung

    Auch bei der Bildung und Weiterbildung der Bürger hat Griechenland großen Nachholbedarf. Fortbildung von Angestellten gibt es quasi nicht (Platz 58), auch die Qualität der Universitäten ist schlecht (Rang 51). Demzufolge gibt es auch wenige Forscher und Wissenschaftler (Rang 49). Besser schneidet der Krisenstaat bei der Frühförderung ab: Es gibt eine Vielzahl von Lehrern, die Klassen sind sehr klein (Rang 2).

Bei Liquiditätsengpässen können die Banken in der Euro-Zone auf Not-Liquiditätshilfen (ELA) ihrer nationalen Notenbank zurückgreifen. Dies ist allerdings teurer als wenn sich die Banken direkt Geld bei der Europäischen Zentralbank borgen.

Ein Vertreter der Eurobank bestätigte gegenüber Reuters, dass das Institut die ELA-Hilfe beantragen wolle. Der Schritt sei allerdings nur vorsorglich, es sei nicht beabsichtigt, die Hilfe kurzfristig abzurufen. Die Alpha Bank wollte sich zu den Berichten nicht äußern.

Weitere Artikel

Die von "Kathemerini" berichtete Summe von fünf Milliarden Euro wurde gegenüber Reuters zunächst nicht bestätigt. Die Zeitung berichtete außerdem, weitere Banken würden wohl folgen. Nach Darstellung griechischer Bank-Experten fließt zwar Kapital aus dem Land ab, aber in geringerem Maß wie in der Krise 2012, als ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone drohte. Erst am Donnerstag hatte ein griechischer Zentralbank-Vertreter betont, in der Notenbank in Athen schrille nicht "der rote Alarm".

Mit den fallenden Kursen für die griechischen Staatspapiere stiegen die Risikoaufschläge. Der Zins für zehnjährige Papiere stieg um 40 Basispunkte auf 9,51 Prozent. Papiere mit dreijähriger Laufzeit verteuerten sich um 137 Basispunkte auf 11,71 Prozent. Der Athener Aktienindex sackte um 1,6 Prozent ab, vor allem Bankaktien wurden aus den Depots geworfen. Der Aktienkurs der Alpha Bank fiel um fast sechs Prozent, der der Eurobank um mehr als sieben Prozent.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%