Altkanzler zum Euro: Schröder: "Die Krise ist überwindbar"

Altkanzler zum Euro: Schröder: "Die Krise ist überwindbar"

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Gerhard Schröder hat sich in der Schuldenkrise zu Wort gemeldet.

Mitten in der Schuldenkrise findet Kanzlerin Merkel Unterstützung von ungeahnter Seite: Altkanzler Gerhard Schröder meldete sich in einer TV-Talkrunde zu Wort und stärkte seiner Amtsnachfolgerin den Rücken. Für die Überwindung der Eurokrise sieht er gute Chancen.

Eine Zeit lang war es still geworden um Altkanzler Gerhard Schröder (SPD). In der "Münchner Runde" des Bayerischen Rundfunks meldete er sich nun wieder zu Wort. Das allgegenwärtige Thema Schuldenkrise will Schröder nicht unkommentiert lassen. Dabei gibt er dem viel kritisierten Kurs der Kanzlerin in der Eurokrise überraschend Rückendeckung.

Er "gehöre nicht zu Merkels schärfsten Kritikern", sinnierte der Altkanzler. In der Entwicklung der Krise sehe er eine positive Entwicklung, er hält sie für überwindbar: "Ich bin Optimist", so Schröder. Es geschehe das, was notwendig sei. Zwar hätten die Maßnahmen früher in Angriff genommen werden müssen, "dann wäre es billiger (...) geworden".

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Das Problem sieht Sozialdemokrat Schröder vielmehr in der Gemeinschaftswährung selbst: "Das eigentliche Problem besteht ja darin, dass diese Währung nie einen Unterbau bekommen hat, den sie eigentlich braucht." Sein Eindruck sei aber, dass nun in der "Koordination von Wirtschafts- und Finanzpolitik" und, so hoffe er, auch der Sozialpolitik "endlich Ernst gemacht" werde. Das sei auch notwendig, um den Euro auf Dauer zu stabilisieren, so Schröder.

Über die Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck an Merkel, ihr fehle die Bereitschaft, in der Finanzkrise Klartext zu reden, urteilte Schröder: "Was er der Kanzlerin gesagt hat (...), das gilt aber auch für ihn selbst." Das Erklären der Eurokrise sei keineswegs nur Sache der Kanzlerin, sondern auch des Bundespräsidenten, der, "wortgewaltig, wie er ist", die Aufgabe habe, dem Volk zu erklären, was nötig sei und was nicht.

Schröders Urteil über die Koalition fällt indes schlechter aus. Zur Bundesregierung sagte er: "Wenn ich mir das so angucke, dann würde ich sagen, gut, ich habe auch nicht immer nur meisterlich gehandelt, auch gelegentlich nur als Geselle, aber diese handeln häufig bestenfalls als Auszubildende."

Zu seiner persönlichen Rolle bei der Entstehung der Eurokrise schwieg der Altkanzler sich wohlweislich aus. War er es doch, der mit seiner rot-grünen Bundesregierung einst die Grundlagen für die aktuelle Krise legte, sei es nun die Deregulierung der Banken oder das Aufweichen des Maastricht-Vertrages mit seinen Stabilitätskriterien.

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