Angaben auf Lebensmitteln: EU-Kommission prüft Werbesprüche

Angaben auf Lebensmitteln: EU-Kommission prüft Werbesprüche

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Die EU-Kommission will irreführende Werbung bei Lebensmitteln verbieten. Wer in Zukunft mit Slogans zur Gesundheitswirkung seiner Produkte werben will, muss die entsprechende Wirkung erst beweisen.

von Konrad Daubek

Eine EU-Behörde prüft in Zukunft jeden neuen Werbespruch für Functional Food. Verbraucherschützern gefällt das. Die Industrie schimpft über zusätzliche Bürokratie.

Joghurt, der die Verdauung anregt; Milch, die die Knochen stärkt; Margarine, die den Cholesterinspiegel senkt; Drinks, die das Immunsystem stärken – die Lebensmittelindustrie hat sich einiges einfallen lassen, um ihre Produkte unters Volk zu bringen. Vor allem mit so genanntem Functional Food, Lebensmitteln, die laut Werbung nicht nur satt sondern auch gesund machen, verdiente sie in den letzten Jahren viel Geld. Denn den zusätzlichen Nutzen lassen sich die Käufer auch etwas kosten. Laut einem Medienbericht geben die Deutschen allein für Produkte, die den Cholesterinspiegel senken jedes Jahr 60 Millionen Euro aus. Für probiotische Joghurts geben sie sogar 550 Millionen Euro aus. Wie gesund die so beworbenen Produkte wirklich sind, wird jedoch immer wieder bezweifelt.

"Was drauf steht, muss auch stimmen"

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Das soll sich in Zukunft ändern. Am Freitag veröffentlichte die EU-Kommission eine Liste mit 222 zulässigen Angaben. In Zukunft darf nur noch mit diesen so genannten Health Claims geworben werden. Sprüche wie „Gut fürs Immunsystem“ sind damit vorerst passé. Bis Dezember dieses Jahres haben die Unternehmen Zeit, ihre bereits verpackten Produkte zu verkaufen, danach dürfen nur noch die vorgegebenen Angaben verwendet werden. So erlaubten die Tester zum Beispiel „gut für die Verdauung“ bei Keksen mit vielen Ballaststoffen. Wer anders werben will, muss das Produkt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) prüfen lassen. Politik und Verbraucherschützer loben die Initiative der EU-Kommission. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sagte in Berlin: „Gerade für Lebensmittel, die einen besonderen Zusatznutzen ausloben und häufig teurer sind als andere Produkte, muss der Grundsatz gelten: Was drauf steht, muss auch stimmen“.

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