Angriff auf Banken in Bulgarien: Kunden heben mehr als 400 Millionen Euro ab

Angriff auf Banken in Bulgarien: Kunden heben mehr als 400 Millionen Euro ab

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Vor den Banken in Bulgarien bilden sich Schlangen. Die Menschen haben Angst um ihr Geld.

Die Bulgaren bangen um ihr Geld. Insgesamt 400 Millionen Euro haben sie alleine am Freitag von ihren Konten abgehoben. Um eine Stabilität des Bankensystems zu garantieren, sollen im Oktober Neuwahlen angesetzt werden.

Die zerstrittenen Parteien in Bulgarien haben sich auf Neuwahlen am 5. Oktober geeinigt. Der Wahltermin im ärmsten EU-Land solle jetzt Staatspräsident Rossen Plewneliew vorgelegt werden, sagte der Chef der regierenden Sozialisten (BSP), Sergej Stanischew, am Freitag nach Verhandlungen. Parlamentspräsident Michail Mikow, ein Sozialist, werde in den kommenden Tagen mit dem bürgerlichen Staatschef Plewneliew die Auflösung des Parlaments sowie den Rücktritt der Regierung erörtern.
Bis zur Neuwahl Anfang Oktober wollten die Parteien die Regierung bei deren Bemühungen unterstützen, die Stabilität des Bankensystems zu garantieren, sagte Stanischew. Hintergrund sind „abgestimmte Attacken“ auf bulgarische Banken, die laut Nationalbank die „Destabilisierung des Staates“ zum Ziel hatten. Durch Mitteilungen im Internet und über SMS hoben in Panik versetzte Anleger allein am Freitag mehr als umgerechnet 400 Millionen Euro von ihren Konten ab. Eine weitere Bank war erst vor einer Woche von der Zentralbank unter besondere Aufsicht gestellt worden.

Zentralbank Bulgarien sieht sich von Angriff auf Banken bedroht

Bulgariens Zentralbank warnt vor Versuchen, gezielt das Bankensystem zu destabilisieren. „Böswillige Gerüchte“ ziehen die Aktienkurse in den Keller. Die Entwicklung weckt schmerzliche Erinnerungen an die 1990er.

Die Corporate Commercial Bank in Sofia: In der Hauptstadt bildeten sich am Vormittag in einigen Bankfilialen Schlangen von etwa 15 bis 30 Kunden vor den Schaltern. Quelle: dpa


Mit der zweiten Neuwahl binnen eineinhalb Jahren soll die immer tiefer werdende Krise in Bulgarien bewältigt werden. Der Vertrauensverlust gegenüber der Regierung der Sozialisten mit der Türkenpartei DPS hatte bereits kurz nach dem Amtsantritt Ende Mai 2013 begonnen. Nach umstrittenen Personalentscheidungen warfen Demonstranten der Regierung über Monate hinweg vor, sich von reichen Oligarchen leiten zu lassen.
Die Krise spitzte sich nach der schweren Niederlage der regierenden Sozialisten bei der Europawahl am 25. Mai weiter zu. Die Sozialisten (BSP) schnitten als zweitstärkste Partei ab, mit großem Abstand hinter den oppositionellen Konservativen (GERB). Der kleinere Koalitionspartner, die Türkenpartei, hatte dagegen ein hervorragendes Ergebnis erzielt und forderte Neuwahlen.

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