Angst um Tourismus: Griechenland will Schonfrist bei Entlassungen

Angst um Tourismus: Griechenland will Schonfrist bei Entlassungen

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Touristen besuchen den Parthenon-Tempel auf der Akropolis in Athen. Die Griechen müssen sparen - und bitten um Aufschub bei Entlassungen, um die Urlaubssaison nicht zu gefährden.

Athen muss in diesem Monat eigentlich 2000 Beamte entlassen, um die Auflagen der Troika zu erfüllen. Doch das Land fürchtet sich vor Streiks und Demos vor Augen der Touristen - und bittet um eine Sommerpause für die Kündigungen.

Die griechische Regierung braucht mehr Zeit, um die versprochenen Entlassungen im staatlichen Bereich umzusetzen. Regierungschef Antonis Samaras befürchtet, dass es mitten in der für das Land wichtigen Tourismussaison erneut zu Protesten kommen könnte und will die „Troika“ der internationalen Geldgeber deshalb um Aufschub bitten. Es geht um rund 2000 Staatsbedienstete, die ursprünglich in diesem Juni gehen sollten.

Wie die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, soll das Thema angesprochen werden, wenn die Chefs der Geldgeber-Kontrolleure am nächsten Montag, den 10. Juni, nach Athen kommen. Die Entlassungen sollten „am liebsten nach der Sommerzeit in Gange gesetzt werden“, sagte ein hoher Beamter des Finanzministeriums, der an den Verhandlungen mit der „Troika“ teilnimmt.

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Die Einschnitte im öffentlichen Dienst waren in Athen schon immer ein schwieriges Thema. Die Regierung fürchtet sich nun griechischen Medienberichten zufolge davor, die lebenslangen Jobgarantien für Beamte ausgerechnet in der Urlaubssaison anzutasten. Soziale Spannungen, Proteste und Streiks würden drohen, ausgerechnet wenn so viele Touristen wie noch nie zuvor erwartet werden: Griechenland rechnet dieses Jahr mit einem neuen Rekord von rund 17 Millionen Touristen.

Athen will zusätzlich die Genehmigung der Geldgeber erhalten, die Mehrwertsteuer im Bereich Gastronomie von heute 23 Prozent auf nur noch 13 Prozent zu senken. Dies würde nach Ansicht Athens den wichtigen Bereich Tourismus stärken.

Zurzeit werden Griechenlands Bücher von der „Troika“ aus Experten von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) geprüft. Die Kontrollen des Vorankommens des Reform- und Konsolidierungsprogramms waren am Dienstag wieder aufgenommen worden. Wie das Finanzministerium mitteilte, sollen die Kontrollen bis Mitte Juni dauern. Es geht um die Freigabe einer weiteren Tranche in Höhe von 3,3 Milliarden Euro für das pleitebedrohte Euro-Land.

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Im Finanzministerium zeigte man sich optimistisch, dass es diesmal keine größeren Probleme geben werde. Unterdessen zeigte sich IWF-Chefin Christine Lagarde besorgt über die Arbeitslosigkeit in Griechenland. In einem Interview mit dem griechischen staatlichen Fernsehen (NET) sagte sie unter anderem: „Die Arbeitslosigkeit der jungen Menschen macht uns große Sorgen.“

Es sei von „großer Bedeutung“, dass es zu Wachstum in Griechenland komme. Dies würde die Stimmung im Lande stärken, hieß es. Die Arbeitslosigkeit erreicht in Griechenland 27 Prozent. Mehr als 60 Prozent der jungen Menschen ist ohne Job. Die Wirtschaft befindet sich das nunmehr sechste Jahr in Folge in der Rezession.

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