Angst vor weiteren Anschlägen: Frankreich mobilisiert 10.000 Soldaten

Angst vor weiteren Anschlägen: Frankreich mobilisiert 10.000 Soldaten

, aktualisiert 12. Januar 2015, 13:26 Uhr
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Soldaten bewachen eine Synagoge in Paris. 10.000 Einsatzkräfte sollen nach den Anschlägen besonders gefährdete Orte schützen.

Rund 5000 Polizisten schützen jüdische Schulen, 10.000 Soldaten sollen weitere Einrichtungen schützen: In Frankreich gilt nach den schrecklichen Anschlägen weiter die höchste Terrorwarnstufe.

Nach den Terroranschlägen vergangene Woche fühlt sich Frankreich weiter akut bedroht. Die französische Regierung mobilisiert 10.000 Soldaten zum Schutz der Bevölkerung und von Einrichtungen. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag, es bestehe die Gefahr weiterer Attentate. Die Truppen sollen „an sensiblen Punkten des Landes“ eingesetzt werden.

Daher würden im Inland ab Dienstag fast genauso viele Soldaten eingesetzt wie derzeit im Ausland. Zum Schutz der rund 700 jüdischen Schulen im Land werden nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve 4700 Polizisten abgestellt.

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Präsident François Hollande, in Frankreich oberster Befehlshaber der Streitkräfte, habe die Militärs mit Blick auf das Ausmaß der Bedrohung aufgefordert, sich an Sicherheitsmaßnahmen zu beteiligen, sagte Le Drian. Am Morgen waren die für innere Sicherheit zuständigen Kabinettsmitglieder zu einer erneuten Krisensitzung mit dem Staatschef zusammengekommen.

Das Land befinde sich im Krieg gegen „Terrorismus, gegen Dschihadismus, gegen den radikalen Islam“, sagte Premierminister Manuel Valls am Montag dem Sender BFM. Es werde intensiv nach möglichen Komplizen der drei Attentäter von vergangener Woche gefahndet. Valls sprach von neuen Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus. Zunächst sollten Abhörmaßnahmen verbessert werden. Islamistische Häftlinge sollten in Gefängnissen isoliert werden.

Bei den Terrorangriffen auf die „Zeitschrift „Charlie Hebdo“, auf eine Polizistin und auf einen jüdischen Supermarkt waren vergangene Woche binnen drei Tagen 17 Menschen getötet worden. Als Täter wurden drei Dschihadisten identifiziert, die bei Polizeieinsätzen ebenfalls ums Leben kamen.

Die von Frankreich als Komplizin verdächtigte Lebensgefährtin eines der Attentäter war allerdings nach türkischen Angaben zum Zeitpunkt der Terrorakte nicht in Frankreich, sondern in Syrien. Dies bestätigte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Es handelt sich um die 26-jährige Hayat Boumeddiene. Zeitweise wurde vermutet, dass sie bei der Geiselnahme in einem jüdischen Lebensmittelladen in Paris am Freitag mit dem Gewalttäter Amedy Coulibaly am Tatort war. Doch war die Frau nach türkischen Angaben schon am 2. Januar - also rund eine Woche vor den Pariser Attentaten - auf dem Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen angekommen und am 8. Januar nach Syrien weitergereist, einen Tag vor der Geiselnahme. Coulibaly bekannte sich in einem Bekennervideo zur Terrorgruppe Islamischer Staat, die in Syrien aktiv ist.

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Am Wochenende hatten Millionen von Franzosen und Zehntausende Menschen weltweit gegen die Gewalttaten, für die Opfer und für die Meinungsfreiheit demonstriert. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus aller Welt kamen zu einer Großdemonstration nach Paris, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die US-Regierung entsandte hingegen keinen Vertreter und zog damit intern Kritik auf sich.

Doch will Außenminister John Kerry diese Woche in die französische Hauptstadt reisen und dort über den Kampf gegen den Terror beraten. Es gehe darum, die Solidarität der USA mit ihrem ältesten europäischen Verbündeten zu bekräftigen, kündigte Kerry am Montag an. Unter anderem will er Außenminister Laurent Fabius treffen und die Anschlagsopfer würdigen.

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